FSV Wacker 03 Gotha e. V.

7. Wacker-Familientag-Wenn das Früher das Heute besucht

Thomas Fiedler, 04.10.2019

7. Wacker-Familientag-Wenn das Früher das Heute besucht

Über 500 Besucher beim 7. Wacker-Familientag

Am Ende dieses erfolgreichen Tags der Deutschen Einheit konnte sich unser Schatzmeister über 380 verkaufte Eintrittskarten freuen. Da grundsätzlich alle Kinder und alle Wacker-Spieler sowieso freien Eintritt hatten und auch die Eltern unserer aktiven Wacker-Kids an der Kasse nicht ins Portemonnaie greifen mussten, dürften es wohl über 500 Zuschauer gewesen sein, die den beiden nachmittäglichen Männer- spielen beiwohnten.

Der 7. Wacker-Familientag am Tag der Deutschen Einheit war erneut ein tolles Fest, bei dem die Haudegen früherer Jahre den Zeitgenossen von heute ihren Besuch abstatteten (siehe Startfoto).

Tlaloc mit zufriedenstellender Leistung

Nein, Tlaloc ist kein neuer Wackerspieler. Es ist in der Nahuatl-Sprache der Azteken und Totonaken der Name des Wettergottes und er hat am Tag der Deutschen Einheit nicht gänzlich versagt. Das Wetter, was die Organisatoren immer wieder nach oben blicken ließ, spielte einigermaßen mit. Wer jedoch eine Outdoor-Veranstaltung zum siebenten Male durchführt und dabei 6 Jahre lang Sonnentage erwischen durfte, sollte sich ob der kleinen und kurzen Regeneinlagen in diesem Jahr nicht beschweren.

 

Der Rahmen passt, unsere D-Junioren kommt so langsam ins Rollen

Bereits gut besucht startete die Veranstaltung um 10 Uhr mit den Eröffnungsworten unseres Präsidenten, der als Gäste unseren Landrat Onno Eckert, verschiedenste Vertreter der Landes- und Kommunalpolitik, des Thüringer Fußballverbandes und des KFA Westthüringen begrüßte.

Kurz danach begann auch das sportliche Programm mit der spannungsvollen Partie unserer D-Junioren gegen die (älteren) Mädels des FF USV Jena. Sicher war es für die Kids ein neues aber auch schönes Erlebnis, vor doch schon zahlreich anwesenden Zuschauern und unter Verlesen aller Spielernamen durch unseren Stadionsprecher Bernd Vollkenannt, im Rahmen der Talente-Liga dieses Spiel zu bestreiten. Mit 0:1 aber breiter Brust aufgrund ihres tollen Auftretens gingen unsere Jungen am Ende vom Platz. Trainer Andre Penschinski wird am Ende folgende Einschätzung treffen: „Die Spielerinnen vom USV bestimmten von Anfang an das Geschehen auf dem Platz. Aber mit einer mindestens ebenso engagierten kämpferischen Leistung hielten wir dagegen und erarbeiteten uns Tormöglichkeiten. So blieb die Partie offen bis zuletzt. Auch der einzige Treffer des Gegners kurz vor der Halbzeitpause, ließ uns nicht nachlassen.“

Dann war auch schon Mittagszeit und alle Roste und Suppenküchen dampften auf Hochtouren.

Mittlerweile hatten sich an den Stehtischen ehemalige Motor/Wackerspieler zum Plausch über frühere Zeiten zusammengefunden und es war kein Einzelfall, wenn ein Motor-Spieler aus den sechziger Jahren mit einem Wacker-Kempen aus den 2000ern ins Fachsimpeln kam. Dabei wurden unter Gesprächsmoderation von Karl-Heinz Sauerbrey und Bernd Andreas die verschiedenen Motor/Wacker-Generationen immer gekonnt zusammengeführt. Leider musste das Pokalspiel unserer E-Junioren gegen FC Fahner Höhe, was im Rahmenprogramm eine wichtige Rolle einnehmen sollte, ausfallen, weil der Gegner nicht anreiste.

The Two-Men-Show mit einem starken Team im Rücken

So musste und konnte die Spannung auf die beiden Männerspiele so langsam ansteigen und sie stieg an. Das Rund des Törpeparkes füllte sich immer mehr und pünktlich um 13:00 Uhr blies Schiedsrichter Steve Kropfelder, der, so viel sei vorweggenommen, die Partie umsichtig und gut leitete, das erste Mal in die Pfeife. Wacker II ließ in diesem Pokalspiel gegen den Kreisoberligavertreter SV Gumpoldia Gumpelstadt von der ersten Minute an keinen Zweifel aufkommen, wer hier innerhalb der regulären 90 Minuten als Sieger vom Platz gehen würde. Es war eine Two-Men-Show des Oldies und des Youngsters oder anders formuliert, des Lehrmeisters und seines einstigen Schützlings. Es war die Zelebration nicht zu verlernender Technik des „alten“ Heiko Burkhardt und der großartigen Spielübersicht des torvorbereitenden „jungen“ Franz Fiedler. Beide waren an allen Toren beteiligt, nicht das er erste Mal in dieser Saison. Großartig!

Eigentlich müssten an dieser Stelle auch alle anderen Spieler der Wackertruppe Erwähnung finden, jeder von ihnen hat in diesem Spiel seine Leistung abrufen können. Es hat Freude bereitet, dieser Mannschaft zuzusehen und wenn die Disziplin weiterhin konstant gut gehalten werden kann, dann werden wir hier noch viel Gutes erleben können.

Mittlerweile waren noch mehr Zuschauer in den Klaus-Törpe-Park gekommen und es kamen Erinnerungen an glanzvolle Spiele früherer Zeiten auf, wo eine Kulisse von ca. 500 Besuchern zur Normalität zählte. Und da freudige Erinnerungen ebenso wie Beziehungen nur dem schaden, der keine hat, feierte das Wackerpublikum diesen Tag seine Mannschaften und seinen Verein von Minute zu Minute immer mehr. Es gab keinerlei Ausschreitungen, keine Schiedsrichter- oder die Spielgegner beleidigenden Zwischenrufe, dafür aber ganz viel Spaß und Freude pur. Dazu muss an dieser Stelle aber auch erwähnt werden, dass alle an diesem Tag in Gotha spielenden Gastmannschaften sowohl auf dem Feld durch das Verhalten ihrer Aktiven und auch auf den Rängen durch deren mitgereiste Fans sich diesem überdurchschnittlich fairen Auftreten anschlossen. Danke dafür nach Jena, Gumpelstadt und Eisenach.

Nun begann das warming-up zum Punktspiel der Landesklasse zwischen dem Tabellenzweiten FSV Wacker 03 und dem Dritten der Tabelle, dem FC Eisenach, hervorragend inszeniert durch die Mädel- Tanzgruppe der Gothaer Karnevalsgemeinschaft GKG1969 e.V. unter Leitung von Jennifer Scheer.

Auch Einlaufkinder standen für das Highlight des Tages zur Verfügung und bevor das Derby beginnen konnte, wurde in Front der beiden am Mittelkreis stehenden Mannschaften ein kleiner Großer geehrt.

Hannes Steinbrecher bekam von Präsident Thomas Fiedler und dem KFA-Mitglied Jörg Drößler die Torjäger-Krone der Saison 2018/2019 überreicht. In allen Meisterschaftsspielen der letzten Saison hatte Hannes 35 Buden in der Altersklasse F-Junioren gemacht und war sichtlich bewegt, als die Idole aus den Männermannschaften seiner Leistung mit lautem Beifall Respekt und Anerkennung zollten.

 

Hochklassiges und spannendes Spitzenspiel der Landesklasse

Nun konnte das Spiel beginnen. An dieser Stelle über Vergangenes zu reden, über Derbycharakter oder alte Rivalitäten, hieße Eulen nach Athen zu tragen. Die Fußballfans in Thüringen wissen, was dieses Zusammentreffen bedeutet. Es ist immer wieder eine Begegnung, bei der es um mehr als nur drei Punkte geht.

Genau so stiegen die Wartburgstädter auch in die Begegnung ein. Engagiert, laufstark, fokussiert. Wacker dagegen startete nervös und unsortiert. Bester Beweis dafür die erste Gelbe Karte bereits nach vier Minuten für Christoph Holland-Moritz. Nur er allein weiß, warum er in dieser neutralen Zone und bei einem Laufweg des Gegenspielers hin zur Seitenauslinie dieses Foul beging. Wacker stand nicht gut, hatte aber dafür die erste größere Chance durch Scheidler, der jedoch aus 16 m und aussichtsreicher, halblinker Position am rechten Pfosten vorbeischießt. Nicht minder gefährlich jedoch die Eisenacher, die ihre spielerische Überlegenheit in dieser Phase trotz sehr guter Möglichkeiten, zweimal taucht ein FC-Angreifer frei vor Wacker-Schlussmann Frederic Büttner auf (ehemals Egloff, Frederic hat vor Kurzem den Namen seiner Eltern angenommen), nicht in Zählbares umwandeln konnten.

In Minute 33 dann ein Schock für alle Gothaer Fußballfans. Bei einem normalen Zweikampf an der Mittellinie gibt es ein leichtes Foulspiel an Wacker-Kapitän Döbereiner, bei dem der im Zweikampf verwickelte Eisenacher Spieler unglücklich auf den Unterschenkel des Gothaers fällt. Gleich ist klar, dass sieht nicht gut aus und sofort wird der Notarzt angefordert. Peinlich für den Veranstalter, dass im Rahmen des Familientages auch das neue Sozial- und Vereinsgebäude eröffnet wurde. Dort ist alles neu, sogar ein Defibrillator ist vorhanden und gehört zur Ausstattung. Nur das wichtigste für solche Situationen fehlt, eine Trage. Als unser Kapitän Minuten später im Krankenwagen den Sportplatz verlässt, gehen sicherlich mehrere Hundert Wünsche mit ihm auf die Reise.

Fußball wurde natürlich weitergespielt und auch wenn Wacker nun nicht sofort die bessere Mannschaft wurde, so kamen unsere Jungs immer mehr ins Spiel. Durch eine herrliche Kombination über die linke Angriffseite erzielte Christian Hatzky nach überlegter Hereingabe von Steffen Scheidler quasi mit dem Halbzeitpfiff das glückliche 1:0.

Hatte man nun gedacht, dass die Wackeren gestärkt aus der Kabine kommen sollten, lag man fehl in seinen Vermutungen. Durch zwei Distanzschüsse aus der Zentralen ging Eisenach mit 2:1 in Führung und wenn man das Ohr an der Gothaer Fan-Masse hatte, waren sich auf den Rängen alle einig, dass dies nicht unverdient war. Zweimal war das Loch zwischen Abwehr und den vorderen Wackerreihen zu groß, zweimal konnte Eisenach durch aufrückende Spieler in Schussposition kommen und zweimal schlugen sie gnadenlos zu.

Nehmen wir an dieser Stelle das Spielfazit nach 90 Minuten vorweg.

Was unsere Jungs auszeichnete war die Moral, mit der sie nach dem 1:2 zurückkamen. Erstmals in dieser Saison, musste man einem Rückstand hinterherlaufen. Irgendwie war der Eisenacher Führungstreffer auch die Initialzündung, dass die Harnisch-Truppe nun endlich im Spiel angekommen war. Der Ball lief nun, das Kurzpassspiel begann besser zu funktionieren und die bereits früh vom Trainerteam vorgenommene Systemumstellung trug nun auch Früchte.

Wichtig war, dass Benni Pufe nur wenige Minuten nach der Eisenacher Führung ausgleichen konnte und die zehn Minuten später von Christian Hatzky direkt verwandelte Ecke zur erneuten Führung war ebenso brillant wie auch glücklich. Mit dem schönsten Spielzug des Tages und einer Moritz-Zickler-Bananen-Flanke hinter die Eisenacher Abwehrreihen auf die Stirn von Kopfball-Ungeheuer Florian Serick, machten unsere Jungs den Deckel auf ein gutklassiges und spannendes Spitzenspiel.

Die Eisenacher werden sagen, dass ein Unentschieden auch verdient gewesen wäre und damit haben sie Recht. Vielleicht war es an diesem Tage ein wenig fehlende Kaltschnäuzigkeit in den Reihen der Wartburgstädter, vielleicht lag es aber auch daran, dass unsere Jungs zurzeit immer das jeweils richtige Handwerkszeug auf ihre Reise mitbekommen.

Mögen die beiden Larse (Harnisch und Bethmann) ihre Werkzeugkoffer möglichst lange so gut packen wie bisher.

 

Wacker-Familien-Tag Nr. 7-Fazit

Am Ende des Tages steht ein grandioser Pokalsieg der Zweiten und ein Sieg des Willens und der Moral der Ersten in der Meisterschaft. Auf der Habenseite steht aber auch ein zufriedenes Publikum und eine gelungene Veranstaltung, des sich erneut wieder selbst übertreffenden Seniorenbeirats. All dies kann und konnte erneut nur bewerkstelligt werden, weil alle Wackeren, vom Törpe-Hausmeister, über Familie Ronald Andreas, dem Förderverein bis hin zu den Trainern an einem Strang gezogen haben.

Nicht zuletzt aber auch ein Dankeschön an unser Ordnerteam. Ihr macht die Detailarbeit aber häufig auch das Grobe. Ihr seid die wahren Helden, weil ohne euch gar nichts gehen würde.

Dass Allerwichtigste an diesem perfekten 7. Wacker-Familientag war jedoch etwas viel Bedeutenderes. Die Verletzung unseres Capitanos Dominik Döbereiner ist schlimm aber nicht so gravierend, so dass er kommende Woche seine Mediziner-Prüfungen auf seinem Weg zum Arzt wird absolvieren können. Fußball kann viel sein, ist aber nicht alles.

Wacker voran!