"Der Zug hat keine Bremse!"

Thomas Fiedler, 20.06.2022

"Der Zug hat keine Bremse!"

Herzlichen Glückwunsch an unsere Zweite zum verdienten Aufstieg in die Kreisoberliga

Würde man den Auftrag bekommen, das Drehbuch für ein Fußballspiel zu schreiben, hätte man es nicht spannender gestalten können, als es sich die Realität am Sonntagnachmittag im Gothaer Klaus-Törpe-Sportpark vorgenommen hatte.

Der Aufstieg für Wackers Zweite war schon vor Anpfiff der Begegnung so gut wie sicher, die Organisatoren der Party um Jean Luca Bromund hatten mit ihrer Vorbereitung für ein Fest Großartiges geleistet und auch das Wetter bescherte allen Besuchern einen aufstiegsreifen Rahmen.

Vor Spielbeginn verzauberten die Devilz Cheerleaders mit ihrem Auftritt das Publikum und bildeten ein tolles Spalier, als die Mannschaften von der SG Frisch Auf Emleben und dem FSV Wacker 03 Gotha II gemeinsam mit Schiedsrichter Daniel Vollmann die Kunstrasenfläche betraten. Ebenso durften die über 100 Zuschauer die Einlaufkinder aus Wackers Nachwuchsabteilung begrüßen, die gemeinsam mit den Spielern ein wunderschönes Bild abgaben.

Im Auftrag des KFA Westthüringen wurde vor Spielbeginn durch den Staffelleiter Maik Dittrich die Ehrung des Kreisliga-Meisters vollzogen und nun war alles bereit für ein Fußballspiel, das spektakulärer nicht hätte verlaufen können. Emleben startete furios und nutze die Schwächen der wohl schon in Feierlaune befindlichen Wackeren mehrmals eiskalt aus. Nach 23 Minuten stand es 0:2 und wenn man das Gefühl hatte, dass nach Franz Fiedlers Anschlusstreffer zum 1:2 in Minute 23 nun alles für den Aufsteiger nach Plan würde verlaufen, sah man sich getäuscht. Noch vor der Pause erhöhten die Gäste auf 4:1 und auf Seiten der Wacker-Fans war bereits zur Halbzeit die Freude auf eine tolle After Show Party gedämpft. Irgendwie hatten die Trainer in der Pause wohl aber die richtigen Worte gefunden. Mit zwei schnellen Toren unmittelbar nach dem Wiederanpfiff konnte Wacker den Anschluss durch Jean Luca Bromund und David Gottwaldt herstellen und in Minute 67 durch Markus Ullrich den vielumjubelten Ausgleich erzielen. Auf den Rängen war man sich jetzt endgültig sicher, dass die Heimmannschaft nun auch das letzte Saisonspiel siegreich gestalten würde. Doch Emleben kam zurück. Eingeladen von Wackers Defensive ging der Gast in der 73. Minute erneut mit 4:5 in Führung und mit einem Traumtor, acht Minuten vor Ultimo durch den an diesem Tage hervorragend agierenden Christian Trübenbach, stellte der Gast die Signale wieder auf Sieg. Doch der Dramaturg des Spiels hielt sich nicht an diese Signalstellung, er hielt noch einiges an Überraschenden bereit. Es kam die Zeit des nach dem Spiel mit 33 Treffern in nur 16 Spielen zum Torschützenkönig der Kreisliga avancierenden Franz Fiedler. Mit seinem Doppelschlag in den Minuten 84 und 85 war das Spiel wieder ausgeglichen. Als zwei Minuten vor Schluss der erneut mit einer guten Leistung aufwartende A-Junior Tarek Wolter den 7:6 Siegtreffer für Wackers Zweite erzielte, waren dem Jubel bei den Wacker-Fans keine Grenzen mehr gesetzt und nun doch alle Voraussetzungen für eine lange und lustige Aufstiegsfeier gegeben.

Die feiernde Mannschaft bedankte sich bei ihren Fans mit verschiedenen Spruchbändern, untermalten ihre künstlerischen Darbietungen mit schwarz-rotem Rauch und hatten auch die ein oder andere Tanz- oder Gesangseinlage parat. Bei dem mehrmals gesungenen Lied „Der Zug hat keine Bremse“ hatten dann einige Nachwuchstrainer ein paar Tränen in den Augen. Es waren Freudentränen, fast alle Spieler dieser Aufstiegsmannschaft in deren Kinder- und Jugendzeit bei ihrer sportlichen Ausbildung begleitet zu haben. Sie sind heute junge Männer und verdiente Aufsteiger. Die nächsten, heute noch Wacker-Kids, stehen bereits in den Startlöchern, um diesen Weg ebenfalls zu gehen.

Unser Dank gilt allen an der Vorbereitung und Durchführung dieses Tages beteiligten Personen. Ganz besonders sollen hier an dieser Stelle nochmal die Sportfreunde erwähnt werden, die sonst nie im Rampenlicht aber immer im Einsatz stehen. Danke an die Kassierer und Ordner, an die Männer am Rost und die Damen und Herren vom Verkauf. Und über allem schwebte wohl irgendwie auch die gute Seele des Ronald Andreas, der sich den Aufstieg seiner Zweiten immer so sehr gewünscht hatte. Das nur schwach aus der Ferne zu hörende, einmalige Donnergrollen war wohl ein zustimmender Gruß von ihm. Es ist auch DEIN Aufstieg, lieber Ronald!