Heißer Tanz erwartet

Torsten Graf, 09.03.2013

Heißer Tanz erwartet

Wackers Spieler und Trainerstab sind so langsam genervt. Seit Januar bereiten sie sich intensiv auf den Spielbetrieb vor und müssen dann noch Woche für Woche erfahren, dass sie nicht spielen dürfen. Doch nun has das Warten ein Ende. Nach drei Absagen in den vergangenen drei Wochen startet Gothas Fußball-Oberligist heute mit einem Heimspiel um 14 Uhr gegen Blau-Gelb Laubsdorf in die Rückserie.

Die Partie gegen die Brandenburger verspricht doppelt Spannung. Zum einen trifft der Tabellenvorletzte auf den Letzten - ein Sieg ist im Kampf um den Klassenerhalt also fast schon pflicht. Zum anderen wird heute auf dem kleinen Kunstrasenplatz am Volkspark-Stadion gespielt, da der Rasenplatz noch immer gesperrt ist. Laut Steven Hoppert, Sportlicher Leiter des Vereins, verspricht das ein ganz anderes Spiel als auf dem Hauptplatz zu werden. "Es wird intensiver, es gibt mehr Zweikampfszenen und auch mehr Torraumszenen", sagt er. Zuschauer können sich also auf einen heißen Tanz gefasst machen.

Einen Vor- oder Nachteil versprechen sich die Wackeraner davon allerdings nicht - offiziell zumindest. Denn dass sie es auf Kunstrasen können, bewiesen die Gothaer schon Mitte der Woche, als sie auf dem Arnstädter Kunstrasen beim Verbandsligisten 6:3 die Oberhand behielten. Bastian Bischof (3), Tobias Meisel sowie die Neuzugänge Martin Braun und Sven Heilmann erzielten dort die Tore.

Überhaupt wird spannend zu sehen sein, wie sich die fünf Neuen in den Kader integriert haben und inwieweit sie die schmerzlichen Abgänge zahlreicher Leistungsträger kompensieren können. Anders als die Gothaer hat Laubsdorf bereits eine Rückrundenpartie bestritten. Vergangenes Wochenende unterlagen sie Dynamo Dresden II 0:2. Auf fremden Platz war der Aufsteiger stets Kanonenfutter, holte in sieben Auswärtsspielen nur einen Punkt bei einem Torverhältnis von 1:20. Dass das nicht unbedingt viel heißen muss, bekam Gotha mit voller Wucht im Hinspiel in Brandenburg zu spüren. Nach drei Gegentoren aus Standardsituationen ging die Bühner-Elf sang- und klanglos 0:3 unter.

Überhaupt hat sich in der Oberliga über die Winterpause so Einiges getan. Die Spitzenmannschaften der Liga haben sich nochmals ordentlich verstärkt, während die Kader der "kleinen" Vereine gleich geblieben oder gar schlechter geworden sind. So habe eine Mannschaft wie Markranstädt mittlerweile locker Regionalliga-Format, schätzt Hoppert ein. "Das Gefälle Reich und Arm beziehungsweise das qualitative Gefälle ist über die Winterpause noch weiter auseinandergedriftet", sagt Hoppert. Bange ist den Wackeranern dadurch keineswegs. Zum einen lief die Vorbereitungsphase mit vier Siegen, einem Unentschieden und einer Niederlage ganz ordentlich. Zum anderen fehlen zu Platz zehn nur vier Punkte bei einem Spiel weniger als die Konkurrenz auf dem Konto.

Umso wichtig sei es, so Hoppert, gegen Mannschaften auf Augenhöhe wie Aue II, Rudolstadt, Erfurt II und Jena II zu punkten - und eben ganz besonders auch heute gegen Blau-Gelb Laubsdorf.


Von Sascha Richter


Quelle:TLZ