Anfassen nicht erlaubt

Torsten Graf, 19.04.2013

Anfassen nicht erlaubt

Zum ersten Mal in ihrer Geschichte ging die 1949 von Professorin Elisabeth Treskow geschaffene Meisterschale der 1. Fußball-Bundesliga auf Tour durch Deutschland. Die Kicker des FSV 03 Gotha hatten sich mit einem Video um den Besuch der Hermes-Tour beworben und gewonnen.

Am Donnerstag war es soweit: Ein 18 Tonnen schwerer Colani-Designertruck brachte die aus 5,5 kg Sterlingsilber gefertigte und von sechs Tonnen Panzerglas geschützte Schale in das Volkspark-Stadion Gotha. Als Besonderheit konnten sich die über 100 Besucher mit Schale fotografieren lassen.

Darunter auch Daniel Gottwald (14) und Robert Gronowski (13). Beide spielen bei Wacker in der C-Jugend und kannten die Trophäe bislang nur aus dem Fernsehen. "So eine Schale mal selber als Fußballer zu erhalten, das ist ein Traum", sagte Robert. Damit der Traum einmal Wirklichkeit werden kann, erhielten die beiden jungen Fußballer und ihre zahlreich erschienenen Vereinskollegen auch gleich noch ein paar Tipps von Ex-Nationaltorwart Toni Schumacher.

Der 59-Jährige stand 15 Jahre beim 1. FC Köln im Tor und absolvierte 76 Spiele für die Nationalmannschaft. "Eine gute Bildung ist wichtig, wenn es einmal mit dem Fußball schief geht", so die Kölner Frohnatur. Dass er schon einmal in Gotha war, erfuhr Schumacher aber erst von einem Gast. "Das muss 1994 gewesen sein, da absolvierte ich ein Prominentenspiel, unter anderem mit Wolfgang Overath - aber da sah euer Stadion noch nicht so schön aus", erinnerte sich Schumacher dann doch noch. Dann zählten Moderatorin Berger und Schumacher mit den vielen Gästen einen Countdown herunter, an dessen Ende sich die Seitenwand des Trucks öffnete und den Blick auf die glänzende Schale frei gab.

Anfassen der Schale war streng verboten, ein näheres Betrachten nur unter strenger Aufsicht möglich. Zum Ende der Saison wird die Schale zum 23. Mal an die Spieler des FC Bayern München überreicht. "Da befindet sich jetzt schon jede Menge wertvolle DNA dran", scherzte Moderatorin Domenica Berger.

 

Von Dirk Bernkopf


Quelle:TLZ