Fiedeles - Ich sehe nicht, was du so siehst!
Thomas Fiedler, 16.11.2014
In loser Folge wird sich von nun an unser Vorstand über Neuigkeiten, Pläne, Ideen, Gerüchte, sportliche Tendenzen, Vereinsinteressen und noch manches mehr äußern. Grundlage wird meist das Grußwort aus dem Programmheft des jeweiligen Heimspiels unserer Landesklassen-Elf sein, da nicht alle Wacker-Zuschauer jedes Heimspiel vor Ort verfolgen können. Wir wollen somit Diskussionen anregen, zum Mitdenken auffordern und zum Nachdenken anregen. Hier sollen keine Beschlüsse diskutiert werden, sondern wir wollen mit unseren Themen polarisieren. Jeder, der sich für den FSV Wacker interessiert, ist aufgerufen mit zu denken, mit zu helfen und mit zu arbeiten.
Folge 3
Von Schwätzern und Altvorderen, von jungen Talenten und einem zur Neige gehenden Wochenende
Es gibt Menschen, die trifft man irgendwie überall. Da willst du mal auf die Schnelle beim Einkaufen im Supermarkt einen Kaffee trinken, da siehst du sie ebenso wie an den Biertischen vereinzelter Fußballvereine, wenn deine Mannschaft dort gerade mal ein Auswärtsspiel absolviert. Es sind diese Leute, die dir immer versichern, wie wichtig ihnen der FSV Wacker doch sei und die natürlich alles besser machen würden, wenn sie selbst Trainer oder Spieler oder Vereinsverantwortlicher wären.
So war es auch bei einem der unzähligen Gespräche, die ich zu unserem Familientag am 3. Oktober mit unseren Gästen führen durfte. Ein Wackerfreund alter Schule, ebenfalls als Dauergast in Gothaer Cafés bekannt, hatte das Übel sehr schnell analysiert, warum Wacker nicht mehr Oberliga spielt und in der Verbandsliga nicht wenigstens den Ton angibt. Verschiedene haarsträubende Ratschläge folgten und irgendwann war es an mir, unser Gespräch höflich ausklingen zu lassen. Viel lieber sind mir da die Unterhaltungen mit älteren Herren, die ich als Aktiver vor 20 Jahren selbst als Zuschauer auf der Tribüne sehen durfte und von denen mancher heute schon weit über siebzig oder achtzig Jahre alt ist. Nicht das da immer nur konstruktiv diskutiert wird und dennoch habe ich bei denen das Gefühl, dass sie wirklich mit ihren Ideen helfen wollen, um wieder bessere Wacker-Zeiten mit der Ersten zu erleben. Ich breche mir als jüngerer Mensch dabei keinen Zacken aus der Krone, wenn ich mir die Zeit für solche Gespräche nehme. Der ein-oder-andere verwertbare Rat ist immer dabei und meinem Gegenüber gebe ich das Gefühl, weiterhin dazu zu gehören. Diese Zeit würde ich mir auch gern für den Herren (oder Dame?)nehmen, der durchaus gut gemeint Zeitungsauschnitte mit eigens versehenen Randnotizen in unseren Wacker-Briefkasten steckt. Tolle und wertvolle Aussagen von Ottmar Hitzfeld, auch für uns zutreffend. Danke dafür aber bitte nicht anonym-schließlich beißen wir ja nicht.
Unsere Vereinsverantwortlichen haben viele verschiedene Aufgaben zu erfüllen, vieles haben wir verändert, manches hat sich in den letzten Monaten schon verbessert aber auf etlichen Baustellen gibt es auch noch viel zu tun. Wir beginnen nicht erst mit Kindern im Alter von sechs oder sieben Jahren zu arbeiten wie das anderswo praktiziert wird. Der FSV Wacker 03 Gotha arbeitet zukünftig mit dem AWO-Kindergarten „Strolchenland“ am Ostbahnhof zusammen, um bereits den Allerkleinsten das Fußball-ABC beizubringen. Dies ist Grundlage unser Philosophie und wenn es dann wie im letzten Spieljahr vier Kids nach ein paar Jahren Wackerausbildung schaffen, zu einem Leistungszentrum zu wechseln, ist dass der Erfolg vieler und der Stolz aller Wackeren. Genauso stolz sind wir in unserem Verein aber auch, wenn solche Talente den Weg wieder zu uns zurück finden. Sie werden unsere Mannschaften dann mit einer Menge an Erfahrungen und mit einem noch höheren Leistungsniveau bereichern. Mit Versagen hat ein Zurückwechseln nichts zu tun, im Gegenteil. Diese jungen Menschen haben sich mit ihren Leistungen diesen Lebensabschnitt redlich erarbeitet und verdient.
Ebenso redlich verdient haben wir alle uns die gestrigen und heutigen Ergebnisse. Es liegt ein Wochenende hinter uns wie man es sich als Vereinsvorsitzender fast nicht besser wünschen kann: neun von elf an den Start gegangene Mannschaften fahren Siege ein und unsere A-Junioren müssen sich nach guter Leistung gegen den diesjährigen Krösus der Verbandsliga nur knapp geschlagen geben. Zwei Gegentore zu jeweils ungünstigsten Zeitpunkten am Anfang beider Halbzeiten lassen Unkonzentriertheit vermuten, dass darüber hinaus jedoch zweifelsohne gute Spiel gibt aber auch Hoffnung für die folgenden Partien. Trainer Klaus Hubold schätzt ein: „Über weite Strecken ein richtig gutes Spiel gemacht, es aber wiederholt versäumt, sich für diesen Aufwand zu belohnen.“
Doch wir dürfen und wollen uns auf diesem Zwischenhoch, auf dem sich besonders unsere Männermannschaften befinden, nicht ausruhen. Viele Aufgaben warten auf uns, jede soll immer ein wenig besser gelöst werden als die voran gegangene und deshalb muss engagiert und konzentriert weiter gearbeitet werden. Unsere Ziele haben wir uns schließlich selbst hoch gesteckt.
Ihr und euer Thomas Fiedler
Wacker voran!