Stadtderby mit viel Brisanz
Torsten Graf, 11.04.2015
Am morgigen Sonntag um 15 Uhr verwandelt sich der Sportplatz in Siebleben in einen Hexenkessel. Denn die Landesklasse-Rivalen SV Siebleben 06 und FSV Wacker 03 Gotha treffen sich zum Stadt-Derby in der Rückrunde.
Für zusätzliche Brisanz sorgt der Umstand, dass die Lokal-Rivalen nicht nur Orts- sondern auch noch Tabellennachbarn sind. Siebleben liegt derzeit mit 31 Zählern auf dem sechsten Rang, Wacker Gotha mit 30 Punkten auf Platz sieben.
Doch der Elf von Wacker-Trainer Hagen Becker dürfte es nicht nur um Punkte gehen, sondern auch um Wiedergutmachung. Denn bei der letzten Begegnung beider Mannschaften speiste die Siebleber Truppe von Jürgen Heun die Wackeren im Volkspark-Stadion mit einer 3:0-Klatsche ab. "Natürlich wollen wir uns revanchieren", bestätigt Becker und ergänzt: "Aber unabhängig davon heißt unser Ziel, so viele Punkte wie möglich in der Rückrunde zu holen. Ganz egal wie der Gegner heißt!"
Dem widerspricht auch Jürgen Heun nicht. Auch seine Mannschaft braucht Punkt, um das erklärte Saisonziel zu erreichen. "Am Ende wollen wir unter den ersten vier Mannschaften sein", so der Trainer, dessen Team in den vergangenen vier Spielen ohne Dreier von dannen ziehen musste.
Dass die Siebleber so deutlich wie beim letzten Aufeinandertreffen im vergangenen September mit Wacker Gotha die Oberhand behalten, bleibt allerdings fragwürdig. Denn die Vorbedingungen sind andere.
Sieblebens Leistungskurve ging im Vergleich zur Hinrunde nach unten. Vom dritten Platz zur Winterpause rutschten die Landesklassisten ins Tabellenmittelfeld ab. Das am Ende der Hinrunde einsetzende Verletzungspech mag daran sicherlich seinen Anteil haben. Auch am Sonntag fehlen mit Michele Lehmann und Torhüter Kai Wehner - beide nach einer Roten Karte für diese Partie gesperrt - Leistungsträger.
Jürgen Heun setzt umso größere Hoffnungen auf seinen Kapitän Sören Lehmann, der sich mit der Partie aus dem Urlaub zurückmeldet. "Ich hoffe, dass er sich gut erholt hat und als Führungsspieler vorangeht."
Wacker Gotha dagegen hat in fünf Rückrundenspielen eine deutliche Steigerung im Vergleich zur ersten Halbserie gezeigt. Auch bei verloren gegangenen Partien, wie gegen Glücksbrunn Schweina, zeigte die Mannschaft von Hagen Becker dennoch, dass sie seit den ersten Spieltagen in der Liga dazugelernt hat. Von Personalsorgen wird der Wacker-Coach ebenfalls nicht geplagt. Er kann mit voller Kapelle aufspielen.
Die Favoritenrolle kann für die Partie am Sonntag wohl nur schwerlich einer der beiden Mannschaften zugeschrieben werden, was letztlich auf ein spannendes Fußballspiel hoffen lässt.
Von Falk Böttger
Quelle:TLZ