Nachdenkliches
Thomas Fiedler, 11.03.2016
Nachdenkliches für alle, die das Wort „Teamgeist“ noch nicht verinnerlicht haben oder warum Ignoranz zwangsläufig zu einer Abseitsstellung führt
Wie oft haben wir diesen Ausruf schon geschrieben oder ihn beschwört: „Wir sind ein Team!“?
Was jedoch steckt dahinter?
Letztendlich ist es doch nichts weiter als die gegen- oder wechselseitige Versicherung, dass man sich helfen, füreinander einstehen möchte. Dass man für den anderen da ist, wenn dieser, aus welchen Gründen auch immer, einmal nicht in der Lage ist, seine ihm zugedachte Aufgabe zu erfüllen.
Unsere Vorfahren hätten für den Begriff „Team“ vor ein paar Jahrzehnten höchstwahrscheinlich das Wort „Kameradschaft“ benutzt und genau so steht in unserer Satzung u.a. als Aufgabe unseres Vereins in § 3 Abs. 1 Punkt e) beschrieben: Ziel ist „…die Pflege der Kameradschaft und des gesellschaftlichen Lebens, soweit dies mit den sportlichen Grundsätzen zu vereinbaren ist.“
So weit, so gut. Doch einen weiteren Aspekt gilt es zu beachten. Man darf diese Worte Team oder Kameradschaft keineswegs zu eng interpretieren und sie lediglich auf den Geltungsbereich der eigenen Mannschaft beschränken. Unser Team ist unser Verein, so ist unsere Satzung zu verstehen und alles was wir tun, ist der Erfüllung dieser satzungsgemäßen Aufgabe unterzuordnen. Die Jugendausbildungskonzeption bekräftigt das, indem sie bereits in der Einleitung unterstreicht, dass es Aufgabe unserer Trainer und Übungsleiter ist, die „Entwicklung der Fähigkeit zu Teamgeist“ bei den Kindern und Jugendlichen auszubilden und unsere Nachwuchsfußballer „auf den Übergang in den Männerbereich“ vorzubereiten. Zu Letzterem gehört eben auch, dass Spieler bei geeigneter körperlicher Konstitution schon frühzeitig Chancen in höheren Altersklassen oder bei entsprechenden sportlichen Qualitäten in höherklassigen Mannschaften erhalten.
Nirgendwo in unseren verpflichtenden Dokumenten ist die Erzielung von bestimmten Tabellenplätzen, die Erreichung von Titeln oder die Garantie des Einsatzes in einer bestimmten Mannschaft festgeschrieben.
„Wir sind ein Team!“ heißt, dass sich jeder Sportler mit Beginn seiner Mitgliedschaft beim FSV Wacker 03 Gotha diesen Prinzipien unterwirft und sie anerkennt. Sie in die Reihen der Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen zu transportieren ist Aufgabe der Trainer im täglichen Umgang mit den Sportlern, nur sie können diese schwere aber auch unwahrscheinlich wichtige Aufgabe übernehmen und mehrheitlich werden diese Grundsätze von den Verantwortlichen auch vorgelebt und durchgesetzt.
Wenn wir also von mannschaftsübergreifender Kameradschaft reden, erhält dieser Begriff durch die personelle Notsituation in unserer A-Junioren aktuelle Bedeutung. Wenn die Nachwuchsleitung gemeinsam mit der Trainerversammlung in schier unendlichen Stunden der Diskussionen Festlegungen trifft, einzelne Trainer zusätzliche Aufgaben bis an ihre Belastungsgrenze übernehmen, wenn Jugendliche trotz BLF-Prüfungsstresses, Seminarfacharbeit oder gerader begonnener Ausbildung Doppelbelastungen akzeptieren und der betroffene Großfeldbereich nahezu komplett an einem Strang zieht, dann ist ein Ausscheren aus diesem Prozess unsportlich, unfair, unseres Vereins nicht würdig und deshalb unakzeptabel.
Noch einmal deutlich zum Verinnerlichen: Wer die Fußballschuhe beim FSV Wacker 03 Gotha schnürt, hat das Recht auf fachlich fundierte Ausbildung, gute Trainingsanlagen und geeignete Ausrüstung. Er hat die Ehre, das Emblem eines großen Thüringer Traditionsvereins auf seiner Brust zu tragen und er hat die Verpflichtung, mit seinem Auftreten (egal ob im Gothaer Land, der Thüringer Region oder wo immer ein Auftritt stattfindet) die Außenwirkung zu vermitteln, dass der FSV Wacker nicht über anderen Vereinen steht.
Aber kein Sportler unseres Vereins hat das Recht, Anspruch auf einen Einsatz in einer bestimmten Altersklasse oder einer bestimmten Mannschaft einzufordern oder für sich zu beanspruchen. Dies gilt nicht nur für den Spieler selbst sondern auch und besonders für die Eltern. Wenn ein Papa der Meinung ist, dass sein Zögling nicht in einer zweiten Mannschaft einer anderen Altersklasse spielt, ist das eine freie Entscheidung. Es ist ebenso eine freie Entscheidung, sich in einem solchen Fall einen Verein zu suchen, wo „Wünsch dir was!“ satzungsgemäß verankert oder zumindest geduldet ist. Beim FSV Wacker 03 Gotha gibt es das nicht und wird es auch immer ausgeschlossen bleiben.
Wir alle haben in den vergangenen Jahren viel für die Reputation unseres Vereins getan, haben durch unser Auftreten auf und neben dem Platz sowohl im Nachwuchs- als auch ganz besonders im Männerbereich den Glanz unseres Images poliert.
Stehen wir gemeinsam dafür ein, dass das so bleibt. Nach außen aber auch nach innen.
Wacker voran!