Wirtschaftlich interessant werden

Torsten Graf, 09.06.2009

Wirtschaftlich interessant werden

Wacker Gothas Landesligisten bestreiten heute ihr vorletztes Saisonspiel. Die Saison ist so gut wie geschafft. Ein Grund Bilanz zu ziehen: Im Gespräch mit Präsident Holger Gabe und Aufsichtsrat Mike Wündsch.

Herr Gabe, Wacker hat sich zu den Vorjahren gesteigert und eine erfolgreiche Saison hinter sich, oder wie sehen Sie das?

Das kann ich mit Gewissheit behaupten. Unsere Männer stehen auf Platz zwei der Thüringenliga, die A-Junioren haben wieder eine fantastische Saison gespielt und wurden zu Recht Landesmeister. Die B-Junioren konnten sich stabilisieren, die C-, D-, und E-Junioren waren vorne platziert, unsere Küken sind kurz vor dem erneuten Kreismeistertitel, was will man mehr. Wir sind sehr stolz auf sie und wissen uns auf einen richtigen Weg.

Haben Sie dabei auch gut gewirtschaftet?

Unser Verein ist gesund, den Etat von 250 000 Euro, dabei sind viele Wertleistungen, Sachspenden bis hin zum Kraftstoff enthalten, haben wir ausgeschöpft.

Was hat davon die Erste geschluckt?

Etwa 5000 pro Monat. Wir haben fünf Spieler unter Nichtamateurvertragstatus, der Rest bekommt lediglich Reisekostenzuschüsse. Und dann sind noch die Abgaben.

Wer wird gehen?

Christian Ertmer beendet die Laufbahn, René Grabe geht beruflich in die Schweiz.

Worauf wollen Sie in der nächsten Saison mehr Wert legen?

Gabe: Wir wollen im oberen Drittel der Landesliga wieder mitspielen. Mir ist es wichtig, dass dafür möglichst viele A-Junioren den Anschluss schaffen. Der Übergang soll in der zweiten Mannschaft erleichtert werden. Damit beenden wir auch die SG mit Friemar. So ist ein mittelfristiger Aufstieg in die Bezirksliga unumgänglich. Weitere Punkte ist die rechtzeitige Reaktion auf den demografischen Wandel. Und nicht zuletzt, wir brauchen ein stabiles wirtschaftliches Umfeld, da auch hier gilt: ohne Moos nichts los.

Apropos wirtschaftliches Umfeld, die Mitgliederversammlung hat einen Aufsichtsrat gewählt, Herr Wündsch als Vorsitzender, wie kann ein Aufsichtsrat hier helfen?

In erster Linie wollen wir beratend tätig sein, Maik Pfuch, Lars Bauer, Peter Hönl und ich sind als Unternehmer tätig und kennen die Höhen und Tiefen im wirtschaftlichen Bereich gut. Außerdem wollen wir auch selbst finanziell unterstützen, helfen Türen zu öffnen. Wir wollen Kontakte vermitteln und andere Unternehmen gewinnen, über den Fußball zu werben. Dass gelingt aber nur, wenn Wacker Gotha sportlich und wirtschaftlich interessant ist.

Wie kann Wacker sportlich und wirtschaftlich interessant werden?

Gabe: Sportlich interessant ist sicherlich die Oberliga, wirtschaftlich interessant, ist ein Netzwerk, was wir gerade aufbauen aus Unternehmern, Führungskräften, Journalisten und Politikern. Wir hatten gerade das erste Treffen und sogar Bankenvertreter waren dabei. Wir wollen geschäftliche Tätigkeiten mit Fußball verbinden, das Angenehme mit dem Nützlichen.

Gab es bei dem ersten Treffen bereits Erfolge und hat Wacker etwas davon?

Wündsch: Ja, für mich sogar etwas überraschend und sehr konkret. Unternehmer haben sich kennengelernt, die voneinander gar nichts wussten und wollen jetzt Aufträge in der Region lassen. Bandenwerbung soll Schwerpunkt bleiben. Die Auslastung des Stadion ist ausbaufähig.

Wie soll das geschehen. Gibt es Gedanken zur besseren Vermarktung?

Nur zufrieden mit dem sein, was wir haben, dass kann nicht alles sein. Hier ist Eigeninitiative gefragt, außer für Wacker Gotha, das schon einiges auf die Beine gestellt hat, auch für andere. Das Stadion richtig genutzt, kann ein interessantes Wirtschaftsförderinstrument werden. Da müssen aber alle mitziehen.

Gespräch: H.-J. KEHR .


Quelle:http://www.thueringer-allgemeine.de