Lothar Kruse nahm in Nordhausen Abschied von der Landesbühne
Torsten Graf, 16.06.2009
Das torreiche Thüringenligaspiel am 13. Juni zwischen dem FSV Wacker 90 Nordhausen und dem FC Einheit Rudolstadt (4:3) war für Schiedsrichter Lothar Kruse (Hundeshagen) ein besonderes. Mir der Leitung der fairen Partie beendet der 48-jährige Leiter des Sportamtes im Landratsamt des Eichsfeldkreises seine Karriere als Referee auf der großen Landesbühne. „Die Altersgrenze zwingt zu dieser Entscheidung", sagt der erfahrene Referee und es klingt nicht wenig Wehmut aus seiner Stimme.
Das mag auch einer der Gründe sein, warum er die Trillerpfeife nicht in irgendein Schubfach legt. Künftig können die Ansetzer auf Bezirks - und Kreisebene mit dem Mann planen, der seit dem 15. Lebensjahr mit Leib und Seele Fußballschiedsrichter ist.
Auf mehr als 2 500 Spielformularen steht sein Name unter Schieds - oder Linienrichter. Darunter waren acht Jahre in der Regionalliga. Für vier Spieljahre erlebte man ihn als Linienrichter, wie der heutige Assistent damals hieß, sogar in der 2. Bundesliga. Noch heute erinnert sich Kruse gern an Partien in Kaiserslautern und Nürnberg, wo die Stadien voll waren und viele Tore fielen.
Wenn sich die Schiedsrichter des Thüringer Fußball-Verbandes (TFV) im Sommer in Bad Blankenburg auf die Saison 2009/10 vorbereiten, dann wird der TFV-Schiedsrichterausschuss Lothar Kruse in würdiger Form seinen Dank aussprechen und ihn aus dem Kreis der Schiedsrichter der Landesliste offiziell verabschieden.
Doch es muss kein Abschied für immer sein, denn der Mann aus dem Eichsfeld kann sich durchaus vorstellen, seine reichen Erfahrungen an die junge Generation als Beobachter weiterzugeben.
Junge Leute standen übrigens schon im Albert-Kuntz-Sportpark an der Linie. Martin Werner (Rohrberg) - Foto links - und David Weiler (Rengelrode) konnten sich dabei einiges vom Spielleiter abschauen. Dass sie selbst ihre Sache sehr gut machten und bei nahezu allen Abseitsentscheidungen, die durchaus manchmal knapp waren, richtig lagen, freute auch Lothar Kruse. Mit dem Blick auf würdige Nachfolger scheint er seinen Abgang etwas leichter zu verkraften.
Hartmut Gerlach
Quelle:http://www.tfv-erfurt.de