Was gibt es Neues in Wackers Männerbereich?
Thomas Fiedler, 19.07.2023
Am Anfang des Berichts steht eine klare Aussage: „Wir bleiben unserem Weg treu!“ und halten damit am 2013 eingeschlagenen Konzept fest. Es ist nicht unser Ziel, anderen Vereinen die Spieler wegzunehmen, sie mit Geld zu ködern und dafür den eigenen Nachwuchsspielern die Wege zu verbauen. Wir wollen und werden weiterhin darauf bauen, dass die Jungs, die unsere Jugendabteilung durchlaufen haben, auch im Männerbereich ankommen und dort schönen und erfolgreichen Fußball im Landesklassen- oder Thüringenligabereich spielen können. Dass dies keine Worthülsen sind, beweist ein Blick auf die Kader der ersten und zweiten Mannschaft für die neue Saison 2023/2024. Trainer Norman Bonsack ist mit derzeit 26 Spielern in die Vorbereitungswochen gegangen, die für unser Landesklassen-Team bereits am 1. Juli begonnen hat. 69 % dieser Jungs haben die FSV Wacker-Fußballschule durchlaufen. Beim Kreisoberligisten FSV Wacker 03 Gotha II sind es sogar 81 %. Anfang August hat Bonsack dann dem Präsidium seinen 23-Mann-Kader inkl. dreier Torleute zu benennen. Für die Anderen ist die Tür jedoch zu keiner Zeit zu und für die Benannten die Ernennung keineswegs ein Freibrief.
Zu den Wacker-Talenten, die während der Saisonvorbereitung die Wacker-Förderung in Mannschaft 1 genießen dürfen, zählen aber nicht nur der A-Junior Marcel Strießbaum, sondern mit Elias Koslik, William Thiebach, Lenni Pfeuffer und Pascal Keyßner vier sich seit über mehrere Monate in der Kreisoberliga anbietende Spieler der Zweiten. Auch Gregor Kandetzki ist weiterhin im Fokus.
Direkt aus der A-Junioren wird William Böttinger, der sich prächtig entwickelt hat und somit genau für die eingangs benannte Vereinsphilosophie steht, nun auch offiziell in den Landesklassen-Kader berufen. Auch der ebenfalls dem A-Jugend-Alter entwachsene Max Herda gehört zu den Kandidaten für Wackers Erste. Sie alle werden in diesen Wochen der Vorbereitung ihr Bestes geben, um sich Chef-Coach Norman Bonsack anzubieten.
Hinzu kommt Lukas Kehr, der in den Spielergesprächen versichert hat, dass Sport und Studium nun unter einem Hut sind und der mit breiter Brust seine Führungsrolle neben Patrick Scholz im Wacker Mittelfeld erst erreichen und dann unterstreichen möchte.
Nicht zuletzt kehrt Tarek Wolter nach seinem Sabbatical wieder in den Kader zurück.
Mit all diesen personellen Voraussetzungen ist die Not, sich auf dem Markt nach Neuzugängen umzuschauen, eben nicht so groß und kann sich auf das Schließen von potentiellen Schwachstellen begrenzen. Lediglich die Torhütersituation ist immer besonders schwer zu händeln und so werden wir mit dem oberligaerprobten Felix Nicolai vom FSV Martinroda unsere Torhüterabteilung aufwerten.
Weiterer Neuzugang ist der mit allen Wassern gewaschene Michel Wolfersdorf. Wenn ein Spieler Referenzen aus Erfurt und Gera mitbringt und er auf die Frage nach seiner Lieblingsposition antwortet, außer Innenverteidigung und Sturm könne ihn der Trainer überall hinstellen, dann nennt man das Flexibilität. An so einem Spieler, der besonders in den in der abgelaufenen Saison zu häufig entstandenen Situationen, als der Faden verloren ging, seine Routine beweisen könnte, kommt man dann eben einfach nicht vorbei.
Im Sturm hätte der Verein gern noch einen Spieler an der Seite oder als Alternative zu Franz Fiedler gehabt. Besonders die Außenbahnen waren da vakant. Wenn man dann aber in den Akquisegesprächen mit den Vorstellungen der Anwärter konfrontiert wird, wird einem spätestens an dieser Stelle bewusst, dass die Jungs von solchen Vereinen, in deren erster Mannschaft kein einziger, selbst ausgebildeter Spieler steht, einfach nur versaut sind. Sieht man den Mangel an etatmäßigen Stürmern aber positiv, ist es eine Chance für andere Spieler. Ein Dominik Döbereiner, der nach Klärung seiner beruflichen Situation regelmäßig mit der Mannschaft trainiert, ebenso Younes El Antaki und der immer stärker werdende Niklas Witzel sind in den Vorstellungen des Vereins wesentlich mehr als nur Alternativen auf den Außenbahnen. Und nicht zuletzt sind dann auch noch die bereits Erwähnten aus der A-Junioren und Mannschaft 2, die den etablierten Spielern deren Stammplätze streitig machen möchten.
Auch im Trainerstab beider Männermannschaften gibt es Veränderungen. Als neuen Co-Trainer an der Seite von Norman Bonsack begrüßt der FSV Wacker 03 Jean Luca Bromund, der sich einer Lizenzerlangung stellen möchte und sich dem Spagat zwischen Co-Trainer Erste und als Spieler in der Zweiten stellt.
Und nicht zuletzt gibt es auch im Staff der Zweiten eine wunderbare Neuerung. Zum ersten Mal in der Geschichte der Wacker-Reserve ist nun nach jahrelanger Männerpräsenz eine Frau mit am Ruder. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit Antonia Janson und wünschen Ani viel Erfolg im Fußballalltag unseres FSV.