Interview mit Holger Bühner
Torsten Graf, 07.08.2010
Wacker-Coach Bühner: „Behnke steht im Tor – brauchen noch einen starken Abwehrspieler“
Herr Bühner, fünf Wochen Vorbereitung liegen hinter Ihnen. Wo steht die Mannschaft zum Saisonauftakt?
Mit der Vorbereitung bin ich recht zufrieden. Die zehn Neuzugänge haben sich gut integriert. Wir haben sicher die Chance unser großes Ziel Klassenerhalt zu erreichen, wenngleich ich davon ausgehe, dass es ein Überlebenskampf bis zum letzten Spieltag wird.
Das klingt ein bisschen nach Tiefstapelei, schließlich hat ihre Mannschaft erst jüngst den Drittligisten Rot-Weiß Erfurt mit 3:2 bezwungen.
Wir dürfen nicht den Fehler machen, diese Begegnung über zu bewerten. Wir haben ein tolles Spiel gezeigt, aber Erfurt spielte mit der nicht sonderlich motivierten zweiten Garnitur. In den anderen Vorbereitungsspielen lief es gegen unterklassige Gegner häufig recht holprig.
Bis zuletzt hatten Sie offen gelassen, wer in der kommenden Saison im Tor stehen wird. Für wen haben Sie sich entschieden, für Routinier Rainer Behnke oder den jungen Andre Koob?
Die Wahl ist mir nicht leicht gefallen. Andre hat hervorragende Leistungen im Training gebracht und ist menschlich ein super Typ. Daher wird er auch in allen Pokalspielen im Tor stehen. Morgen gegen Borea erhält allerdings Rainer Behnke mit seiner Erfahrung den Vorzug, aber er weiß, dass er in Andre einen gleichwertigen Konkurrenten hat.
Neben Koob haben Sie neun neue Spieler verpflichtet. Ist der Kader nun schlagkräftig genug?
Ich habe den Vorstand schon um mindestens einen weiteren Zugang gebeten. Nach der Verletzung von Felix Hempel fehlt uns auf jeden Fall ein Abwehrspieler. Wir haben noch Zeit bis Ende August zu handeln, aber es wird schwierig werden noch einen Spieler zu finden, der in unseren finanziellen Rahmen passt. Insgesamt wünsche ich mir, dass der Verein die Chance Oberliga nutzt, um sich weiter zu professionalisieren. Positiv ist auf jeden Fall, dass wir im Nachwuchs durchgängig hochklassig spielen und viele Altersstufen doppelt besetzt haben.
Sie haben eine recht junge Mannschaft. Wie wichtig ist für dieses Team der mittlerweile 37jährige Routinier Daniel Bärwolf?
Das kann ich kaum in Worte fassen. „Kamme“ ist nach wie vor eigentlich unersetzlich. Ich freue mich, dass er noch eine Saison dranhängt und ich hoffe, dass unsere jungen Spieler von der täglichen Trainingsarbeit mit ihm weiter profitieren.
Was wissen sie über den morgigen Gegner Borea Dresden?
Sie haben wie wir eine recht junge Mannschaft, die sicher auch gegen den Abstieg kämpfen wird. Ich habe die Dresdner bei ihrem 3:4 in der Vorbereitung in Altenburg beobachtet. Wenn wir einen guten Tag erwischen, können wir sie morgen schlagen.
Zu Beginn einer Saison gibt es auch immer Prognosen über den Ausgang der Liga. Wen sehen sie am Ende der Saison in der Oberliga ganz oben stehen?
Mit der Frage habe ich mich ehrlich noch gar nicht beschäftigt, weil mich nur der Abstiegskampf interessiert. Ich schätze, dass sich Bautzen, Auerbach und Halberstadt gut verstärkt haben und auch die Meisterschaft unter sich ausmachen werden.
Quelle:FSV Wacker 03 Gotha