"Beim Tabellennachbarn punkten"
Torsten Graf, 14.10.2010
Wacker Gotha reist ersatzgeschwächt aber mit frischem Mut zur Reserve von Dynamo Dresden
Gotha. Nach dem Sieg im Pokal-Achtelfinale in Rudolstadt hat Fußball-Oberligist Wacker Gotha neuen Mut für die anliegenden Punktspiele gesammelt. In Dresden gehen am Sonntag (Anstoß 14 Uhr) die "Reserve-Wochen" für die Elf von Trainer Holger Bühner weiter. Das Spiel gegen die U23 von Dynamo Dresden ist das zweite einer ganzen Serie von Treffen mit den Nachwuchs-Mannschaften höherklassiger Vereine. Eine Woche später ist die Reserve-Mannschaft von Carl-Zeiss Jena zu Gast im Volkspark-Stadion. Spätestens dann soll auch Routinier Daniel Bärwolf wieder mit dabei sein, dem nach wie vor ein Muskelfaserriss zu schaffen macht, den er vermutlich bis zum Dresdenspiel nicht auskuriert haben wird. Wegen des selben Leidens fehlt weiterhin auch Christoph Weichert und auch der langzeitverletzte Ronny Ronis, reißt ein Loch in Bühners Kader. Der Coach will angesichts der angespannten Personallage nicht lange lamentieren. "Die Mannschaft hat im Pokal in Rudolstadt eine ordentliche Leistung abgeliefert, das muss sie jetzt in Dresden wiederholen", so der Trainer, der vermutlich erneut Christian Hatzky in der Anfangsformation aufbieten wird, nachdem der gelernte Offensivmann eine starke Leistung als "Sechser" im defensiven Mittelfeld geboten hat. Auch der zuletzt immer mit Leistenproblemen behaftete Michael Habichhorst ist wieder fit und hat die neunzig Minuten in Rudolstadt ohne Probleme überstanden.
Schwierigkeiten bereiteten zuletzt allerdings die Rahmenbedingungen in Gotha. "Meine Jungs waren diese Woche beruflich so eingespannt, dass wir nicht so trainieren konnten, wie es vor dem schweren Auswärtsspiel nötig wäre", verweist Bühner auf einen bekannten Nachteil seines Teams. In Dresden rechnet der Coach mit einer "verstärkten" Dynamo-Elf. Schließlich steht die Drittliga-Reserve nach zuletzt fünf Niederlagen in Serie gehörig unter Zugzwang. Die Dynamos halten sich nur wegen der besseren Tordifferenz in der Tabelle vor Gotha und laufen wie die Thüringer Gefahr in die Abstiegszone zu rutschen. "Ein paar Jungs, die am Samstag in Erfurt bei der Ersten von Dynamo auf der Bank sitzen, werden wir am Sonntag auf dem Platz wieder sehen", ist sich der Gothaer Trainer sicher. Dennoch rechnet sich Bühner zumindest einen Teilerfolg aus, obwohl schon der etatmäßige Kader der Dynamo-Reserve nicht von Pappe ist. Schon seit Beginn der Saison läuft beispielsweise der gestandene Profi Maik Wagefeld im Mittelfeld der Sachsen auf. Den berühmtesten Namen trägt allerdings der Dynamo-Torsteher. Benjamin Kirsten ist der Sohn des einstigen Nationalstürmers Ulf und hat bereits einige Berufungen in die Drittliga-Elf der Dresdner hinter sich.
Quelle:FSV Wacker 03 Gotha