Wacker beklagt „Riesensauerei“
Torsten Graf, 18.11.2010
Gothaer sollen Pokal-Viertelfinale auf Hartplatz bestreiten
Gotha. Wacker Gothas Trainer Holger Bühner ist vor dem Viertelfinale im Landespokal bei Verbandsligist Heiligenstadt (Samstag, 13 Uhr) mächtig angefressen. Grund sind nicht etwa Mißstände in seiner Elf, sondern der für das „extrem wichtige“ Spiel vorgesehene Platz. Die Gastgeber haben nämlich ihren Rasenplatz schon vor Wochenfrist sperren lassen und trainieren seither intensiv auf ihrem Hartplatz.
Bühner empört sich: „Dieses Spielfeld ist eine extrem kleine Schlackepiste aus DDR-Zeiten. Es ist eine Riesensauerei, dass der Thüringer Fußballverband ein derart wichtiges Spiel auf so einem Untergrund zulässt“, ist der Wacker-Coach erbost. Den Gastgebern macht er dabei allerdings keine Vorwürfe. Es sei legitim, dass die Heiligenstädter sich den Platz auswählten, auf dem sie für sich die besten Chancen witterten. Nur müsse der Verband für ein Pokal-Viertelfinale bessere Bedingungen schaffen. Kurioserweise weigerte sich vor Wochenfrist der Schiedsrichter, das Punktspiel der Eichsfelder auf dem umstrittenen Hartplatz anzupfeifen. Aber im Pokal sollen nun für den Spielort andere Gesetze gelten. Eigentlich müsste den Heiligenstädtern vor einem Spiel auf Rasen nicht bange sein. Sechs Mal traten sie in dieser Verbandsliga-Saison auf ihrem schmucken Grün an und gingen fünf Mal als Sieger vom Platz.
Besondere Pokalgefühle will Bühner auch bei seiner Mannschaft hervor kitzeln. Personell sieht die Lage bei den Wackeren wieder ganz gut aus. Angriffsflitzer Steffen Scheidler hat seine Muskelverletzung überstanden und kann wohl zumindest wieder auf der Bank Platz nehmen. Da die Sperren von Bärwolf (fünfte gelbe Karte) und Göschik (gelb-rot) aus dem Spiel bei Sachens Leipzig nur für die Oberliga gelten, kann Bühner personell nahezu aus dem Vollen schöpfen. Und so ist auch die Zielstellung der Gothaer klar: „Wir wollen ins Halbfinale des Landespokals, dorthin hat es Wacker noch nie zuvor geschafft“, fordert Bühner von seiner Mannschaft einen historischen Erfolg. Zugleich warnt der Trainer aber auch vor den Gastgebern aus dem Eichsfeld. „Heiligenstadt hat sich in den vergangenen Jahren zu einer Spitzenmannschaft der Thüringenliga gemausert. In den Punktspielen haben wir uns häufig schwer getan“, erinnert sich Bühner nur zu gut daran, dass seine Elf 2009 mit einem Unentschieden in Heiligenstadt die Landesmeisterschaft verspielte. Sicher eine zusätzliche Motivation, die alte Scharte auszuwetzen. Unterstützt werden die Wackeren wieder von zahlreichen Anhängern, die im Fanbus nach Heiligenstadt reisen.
Quelle:FSV Wacker 03 Gotha