Wacker Gotha wiederholt in der Halle seinen Triumph von 1998

Ralf Hoyer, 03.02.2008

Wacker Gotha wiederholt in der Halle seinen Triumph von 1998

Gerald Rössel: „Beste Mannschaft gewann“/Bezirksligist Tiefenort überraschte

 

Exakt vor zehn Jahren holte der FSV Wacker 03 Gotha den Hallentitel des Thüringer Fußball-Verbandes (TFV). In der Werner-Seelenbinder-Halle Hermsdorf wiederholte das Team von Holger Bühner beim Köstritzer-Cup 2008 diesen Triumph. Und das völlig verdient. Dies befand auch Gerald Rössel, Spielobmann im TFV und der Mann, der die Hallensaison organisierte. „Mit Wacker hat sich das Team durchgesetzt, das heute den besten Fußball bot. Aber es war insgesamt gesehen ein durchaus spielerisch ansehenswertes Turnier“, so der rührige Fußballfunktionär aus Sömmerda.

Dabei sah es zu Beginn keineswegs nach einem Meisterschaftsgewinn für die Nulldreier aus. Denn sie mussten sich im Auftaktmatch dem Bezirksligavertreter FSV Grün-Weiß Stadtroda mit 1:4 geschlagen geben. Diese deftige Niederlage hatte die Truppe um den überragenden Antreiber Daniel Bärwolf – der Ex-Profi (im Bild links) wurde als „Bester Spieler“ geehrt – offensichtlich mächtig gewurmt. Denn im zweiten Vergleich fegte sie den Liga-Konkurrenten Einheit Rudolstadt mit 5:0 vom Parkett. Dank des besseren Torverhältnisses belegte sie am Ende sogar noch Platz 1 in der Vorrundengruppe A. Gotha bezwang nämlich noch den Gastgeber SV Hermsdorf (2.0), der sich allerdings tapfer wehrte und dem Favoriten das Siegen nicht leichte machte.

Neben dem Thüringenligadritten sicherte sich Stadtroda, das zwischendurch das prestigeträchtige, aber recht fair geführte Derby gegen Hermsdorf verlor, dank eines 3:1-Erfolgs über die Rudolstädter, die an diesem Nachmittag keine Rolle spielten, den zweiten Platz im Halbfinale.

 

Spannend verlief auch die Qualifizierung in der Gruppe B. Hier mussten, so wie in der anderen Staffel, die Favoriten SCHOTT JENAer Glas und Ulstertal Geisa in ihrer ersten Begegnung Federn lassen. Während sich der aktuelle Tabellenführer der Eliteliga des Freistaates davon weder erholte und mit zwei Siegen über Geisa (3:0) und Leinefelde (3:1) ins Halbfinale einzog, blieben die Rhönstädter als einzige Vertretung gänzlich ohne Punkt. Ihre Auseinandersetzung mit dem Ex-Thüringenligisten Leinefelde geriet zur emotionalsten Partie, die den Unparteiischen die meiste Arbeit bescherte. Ungeschlagen kam hingegen der ehrgeizige und kampfstarke Südthüringer Bezirksligist FSV Kali Werra Tiefenort in die Runde der Teams, die um den Titel kämpften.

Hier gerieten im ersten Halbfinale die Landesligisten Gotha und Jena aneinander. Die Gothaer wiesen weitere Steigerungsraten auf, gingen verdient in Führung und nutzten danach, aus einer abwartenden Haltung agierend, die Fehler der Jenaer, die aufgrund von Krankheit auf einige Hallenakteure verzichten mussten, gnadenlos aus. Am Ende stand es gar 4:1 für den FSV Wacker. Im zweiten Halbfinale, einem Bezirksligaduell, blieb Tiefenort 1:0-Gewinner. Hier präsentierten sich zwar die Grün-Weißen aus Stadtroda zumeist tonangebend und chancenreicher, aber Kali machte dem entscheidenden Treffer und hatte mit Patrick Weber (Bild Mitte) auch einen ganz starken Schlussmann zwischen den Pfosten. Der baumlange Keeper der Tiefenorter erhielt auch die Ehrung „Bester Torhüter“. Stadtrodas Übungsleiter Uwe Michel haderte hinterher mit den Schiedsrichtern ob einiger Entscheidungen,

 

In einem torreichen „kleinen Finale“, in dem beide Teams mit offenem Visier agierten, hatte der SV SCHOTT JENAer Glas mit dem FSV Grün-Weiß Stadtroda im zweiten Derby des Tages weniger Mühe als es das 5:3 aussagt. Und auch Wacker Gotha, nun einmal auf der Siegesbahn, ließ sich auf dem Weg zum zweiten Hallentitel nicht mehr beirren. Durch Treffer von Steffen Scheidler (Bild rechts), der dadurch sein Torekonto auf fünf schraubte und damit „Bester Torschütze“ wurde, und Renè Grabe gewann Gotha das Endspiel gegen den FSV Kali Werra Tiefenort mit 2:0.

 

(Der FSV Wacker 03 Gotha: (hinten von links: Trainer Holger Bühner, Renè Grabe, Rainer Behnke, Danny Spangenberg, Benjamin Pufe, Daniel Bärwolf, Steffen Scheidler; vorn von links: Karsten Staude, Ronny Ronis)



Nicht nur Gerald Rössel hätte sich mehr Zuschauer als die anwesenden 175 gewünscht. Sein Dank galt zum Schluss dem SV Hermsdorf, der endspielwürdige Bedingungen geschaffen hatte und sich damit als zuverlässiger Partner des Fußball-Verbandes erwies.

Eine letzte Bemerkung: Später als gewohnt lesen Sie hier auf www.tfv-erfurt.de den Bericht über die Endrunde. Der Grund: Es war an diesem Samstag in Rudolstadt wieder einmal Theater-Premierenzeit. Schillers „Die Verschwörung des Fiesco zu Genua“, kein ganz leichter Stoff, darf man natürlich nicht versäumen. Doch wer wollte, konnte sich noch am Samstagabend auf www.thueringer-fussball.de– wir telefonierten mit Jörg Zemke – über das Ergebnis informieren. Ich bitte herzlich um Ihr Verständnis.

Die Statistik:

Vorrunde A:

Gotha-Stadtroda 1:4, Rudolstadt-Hermsdorf 1:1, Rudolstadt-Gotha 0:5, Hermsdorf-Stadtroda 1:0, Gotha-Hermsdorf 2:0, Stadtroda-Rudolstadt 3.1.

Der Stand:

1. FSV Wacker 03 Gotha 8:4 Tore/6 Punkte; 2. FSV Grün-Weiß Stadtroda 7:3/6; 3. SV Hermsdorf 2:3/4; 4. FC Einheit Rudolstadt 2:9/1.

Vorrunde B:

Jena-Tiefenort 1:3, Geisa-Leinefelde 1:2, Geisa-Jena 0:3, Leinefelde-Tiefenort 3:1, Jena-Leinefelde 3.1, Tiefenort-Geisa 3:2.

Stand:

1. FSV Kali Werra Tiefenort 6:3/7; 2. SV SCHOTT JENAer Glas 7:4/6; 3. SC Leinefelde 1912 2:1/4; 4. FSV Ulstertal Geisa 1866 1:5/0.

Halbfinale:

FSV Wacker 03 Gotha-SV SCHOTT JENAer Glas 4:1, FSV Kali Werra Tiefenort-FSV Grün-Weiß Stadtroda 1:0

Spiel um Platz 3:

SV SCHOTT JENAer Glas-FSV Grün-Weiß Stadtroda 5.3.

Endspiel:

FSV Wacker 03 Gotha-FSV Kali Werra Tiefenort 2:0.

Hartmut Gerlach