Wacker Gotha steigt in die neue Oberligasaison ein
Torsten Graf, 05.08.2011
Die zweite Saison ist immer die schwierigste. Für Wacker Gotha trifft dies in seiner zweiten Oberliga-Saison besonders zu.
Gotha. Am morgigen Samstag beginnt sie. Und noch immer ist die Lage angespannt, wie gestern Präsident Holger Gabe deutlich macht. Gabe, dessen Stellvertreter Peter Hönl in der turbulenten Zeit der Entscheidungsfindung, ob weiter Oberliga gespielt werden kann oder nicht, zurückgetreten ist, kämpft nun fast allein mit Aufsichtsratschef Matthias Hey und Mitgliedern des Vorstandes um eine Lösung des Problems. Dabei steht in erster Linie die Beantwortung der finanziellen Frage im Vordergrund. Damit steigt und fällt nach wie vor die Stärke der Personaldecke. Mit Stephan Kubirske, Ricky Ziegler, Andy Brandau, Sascha Strauß, Bastian Bischof, Norris Höhn, Danny Wochnik, Marian Spanier und den beiden Philipp Heinz und Tobias Meisel aus der zweiten Mannschaft kann der hohe Aderlass am Ende der ersten Oberligasaison bisher nur zum Teil kompensiert werden. Die Vorbereitungsspiele - oft nicht über Verbandsliganiveau hinausreichend, haben das deutlich gemacht. Zudem kommt, dass mit Brandau und Strauß zwei Spieler nach Verletzung bereits länger ausfallen, Höhn ebenfalls nach dem Spiel gegen Oberligist Malchow angeschlagen ist.
Auf der Seite der Abgänge stehen mehr als zwölf Namen, die fester Bestandteil der Mannschaft waren. "Je nach wirtschaftlicher Lage können noch ein paar Neuzugänge dazukommen", hofft der Präsident und erläutert, dass er in den vergangenen Jahren am Anfang einer Saison noch nie den notwendigen Betrag unter Dach und Fach hatte, um die Saison erfolgreich zu meistern. Die etwa 250 000 Euro für den Gesamtverein wurden erst im Laufe der Saison eingebracht, darunter vielschichtig neben Geldleistungen besonders Sachleistungen, Werte aus dem Sponsoring bis hin zu kleinen Beträgen aus Spenden und Zuwendungen. So werde der August noch genutzt werden müssen, um die Mannschaft personell oberligatauglich zu machen. Und die eine oder andere finanzielle Quelle anzuzapfen.
Im Sportforum Eckersbach am ersten Spieltag habe man nichts zu verlieren. "Wir werden versuchen, uns achtbar aus der Affäre zu ziehen", so Gabe. Dass ohne Publikum gespielt werden muss - Zwickau hatte nach Randale aus dem letzten Heimspiel gegen Dresden eine Strafe bekommen - wird bestimmt die Gastgeber mehr schaden, als Gotha. Dennoch, Gabe sieht Gotha als ganz krassen Außenseiter. "Ich bin aber davon überzeugt, dass unsere Mannschaft alles geben wird. Es war für mich überwältigend, als in der Versammlung zur Zukunft in der Oberliga die Mannschaft sich geschlossen hinter den Trainer stellte und sich einig war, weiter in der Oberliga spielen zu wollen", bestärkt Gabe in seiner Überzeugung.
Und der Präsident sieht für Gotha eine weitere Chance, die Klasse zu halten: "Es wird nur einen Absteiger geben."
Holger Gabe, der für sechs Jahre gewählt ist, trägt sich dennoch mit dem Gedanken, das Präsidentenamt abzugeben, um sich wieder verstärkt auf die Aufgabe im Marketing zu konzentrieren. So wird es im September wahrscheinlich einen Personalwechsel geben, zur außerordentlichen Mitgliederversammlung. "Ich trete nur zurück, wenn es einen Nachfolger gibt", so Gabe. Und der soll bereits im Gespräch sein.
Quelle:http://www.thueringer-allgemeine.de