Trotzreaktion in Jena?
Torsten Graf, 21.10.2011
Fußball-Oberliga: Wacker Gotha muss am Sonntag zur U23 von Carl Zeiss
Gotha. (sar) Turbulente Tage liegen hinter Fußball-Oberligisten Wacker 03 Gotha. Am Mittwochabend entschied das Sportgericht des Thüringer Fußballverbandes zugunsten von Gotha und wies damit eine Klage vom FC Thüringen Jena ab.
Im Achtelfinale des Thüringenpokals, das Wacker mit 5:0 für sich entschieden hatte, legten die Jenaer Einspruch ein, da Gotha angeblich keine Spielerpässe dabei hatte.
Vor dem Sportgericht konnte Jena das Fehlen der Pässe nicht eindeutig beweisen, so dass Aussage gegen Aussage stand und die Klage abgewiesen wurde. Dem Viertelfinale gegen den FC Rot-Weiß Erfurt steht damit nichts im Weg - vorerst. Nach schriftlichem Zugang des Urteils hat Thüringen Jena 48 Stunden Zeit in Berufung zu gehen.
Ein Duell mit dem Drittligisten hätte neben der sportlichen Herausforderung für die finanziell gebeutelten Gothaer noch einen weiteren Reiz: "Natürlich hängen auch ein paar Euro an der Geschichte dran", sagt Wackers Vereinschef Holger Gabe.
Sportlich sitzt Wacker Gotha die desaströse 0:5-Packung vom vergangenen Wochenende gegen Lok Leipzig im Nacken: "Es war das schwächste Spiel, was ich jemals von Wacker gesehen habe", sagt Holger Gabe. Gegen dieselbe Mannschaft habe man in der vergangenen Saison noch eines der besten Spiele gemacht.
"Ich denke, dass man der Mannschaft nicht groß was sagen muss", sagt Gabe. Am Montag hätten sich die Spieler intern zusammengesetzt und ein langes Gespräch geführt. Nach den beiden schwachen Begegnungen in Halle und gegen Leipzig erwartet Gabe am Sonntag um 13.30 Uhr beim FC Carl-Zeiss Jena II eine Trotzreaktion der Mannschaft.
Vor allem auf eigenem Platz überzeugte Jenas Zweite mit Siegen gegen Erzgebirge Aue II (4:0) und Budissa Bautzen (2:1), spielte gegen die starken Auerbacher sowie gegen die Rot-Weiß-Reserve zweimal unentschieden.
Ansonsten gleicht die Carl Zeiss-Reserve einer Wundertüte: Es ist ungewiss, mit welchen Verstärkungen aus der ersten Mannschaft, die bereits am Samstag spielt, bei Jenas U23 zu rechnen ist.
Jenas Jungspunde zählen spielerisch gesehen sicherlich zum Besten in der Oberliga und können an guten Tagen ihre Gegner an die Wand spielen. In puncto körperliche Robustheit und Nervenstärke sind junge Mannschaften dagegen traditionell verwundbar - ein Trumpf, den es für Wacker am Sonntagnachmittag in Jena zu nutzen gilt.
Quelle:TLZ