Wie einst Zidane - ein unrühmlicher Vergleich

Torsten Graf, 20.11.2011

Wie einst Zidane - ein unrühmlicher Vergleich

Nach Habichhorsts Aussetzer: Sportgericht tagt am 22.11.

Gotha. (sar) "Zidane aus der 5. Liga" - das war die Schlagzeile einer überregionalen Tageszeitung. Eigentlich kann jeder Fußballer stolz sein, mit dem französischen Dribbelkünstler verglichen zu werden. Doch nicht in diesem Fall. Am 9. Juli 2006 verpasste Zinedine Zidane seinem Gegenspieler Materazzi einen Kopfstoß und sah dafür die rote Karte. Ein unrühmliches Karriereende für einen Weltstar. Am 12. November 2011 verpasste Michael Habichhorst Schiedsrichter Oliver Lossius einen Kopfstoß, nachdem er von diesem Gelb/Rot gesehen hatte.

Zwar ging der Unparteiische wie Materazzi damals nicht zu Boden, doch ist die Tat auf Video und Foto eindeutig nachzuweisen.

Habichhorst gehörte schon in der Vorsaison zu den Leistungsträgern bei Wacker, besticht durch seine ruhige, abgeklärte Art und ist eigentlich nicht als Hitzkopf bekannt. Gegen seinen alten Verein brannten dem 27-Jährigen nun alle Sicherungen durch. "Die Aktion war dumm", sagte Wackers Vereinschef Holger Gabe, der aber auch dem Schiedsrichter Oliver Lossius eine "dünne Leistung" bescheinigt. Lossius hätte mit zweierlei Maß gepfiffen - auch die Erfurter hätten unfaire Mittel eingesetzt, die vom Unparteiischen aber ungeahndet geblieben wären, so Gabe.

Voraussichtlich am 22. November wird sich das Sportgericht des Thüringer Fußball-Verbands mit dem Fall Habichhorst beschäftigen, teilte TFV-Geschäftsführer Heinz-Joachim Jungnickel mit. Welche Strafe in Frage kommt, ist nicht abzusehen. Bei einer Sperrstrafe für bestimmte Wettbewerbe bliebe Habichhorst von einer Sperre bei Oberligaspielen des Nordostdeutschen Fußballverbands eventuell verschont. Möglich wäre aber auch eine Zeitstrafe. Das würde den Spieler auch vom Ligabetrieb des NOFV ausschließen. Habichhorst wollte sich zu seiner Tat nicht äußern. Der Verein wird zum Sportgerichtstermin eine Stellungnahme abgeben.


Quelle:TLZ