Gothaer Abwehrspieler nach Kopftstoß wieder spielberechtigt

Torsten Graf, 05.04.2012

Gothaer Abwehrspieler nach Kopftstoß wieder spielberechtigt

Nach seiner Kopfstoß-Attacke und langer Sperre kehrt Gothas Fußballer Michael Habichhorst Donnerstag aufs Feld zurück.

Gotha. Michael Habichhorst will seine Vorfreude nicht verbergen. "Mir fehlt der Wettbewerb. Ich warte die ganze Zeit darauf, wieder spielen zu können", sagt der Innenverteidiger von Fußball-Oberligist Wacker Gotha. Am Donnerstagabend tritt er mit seiner Mannschaft bei Rot-Weiß-Erfurt II an (18 Uhr) und ist nach langer Zeit wieder spielberechtigt. Der Thüringer Fußball-Verband gab einem Gnadengesuch Habichhorsts statt und verkürzte dessen zunächst bis zum Mai verhängte Sperre um sechs Wochen.

Rückblende: Im vergangenen November war der 27-Jährige bei der 1:3-Pokalniederlage gegen den FC Rot-Weiß Erfurt wegen eines Kopfstoßes gegenüber Schiedsrichter Oliver Lossius vom TFV zunächst für sechs Monate gesperrt worden. Mit etwas Abstand sieht auch Habichhorst seine Reaktion in einem anderen Licht. "Das war eine blöde Sache von mir. Ich war richtig erschrocken, als ich die Bilder gesehen habe. Denn so bin ich eigentlich nicht", sagt der ruhige Verteidiger.

Dass sein Vergehen jedoch derart große Kreise ziehen würde, ahnte er damals noch nicht. Nicht nur, dass Habichhorst unfreiwillig auf allen großen Internetseiten der Sportportale stand und jeder seine Aktion im Internet sehen konnte. Der von einigen Medien gezogene Vergleich zum Kopfstoß Zinedine Zidanes brachte ihm ebenfalls rasch negative Schlagzeilen ein.

Zidane-Vergleich ärgert Habichhorst

"Ohne mein Verhalten rechtfertigen zu wollen, habe ich mich schon über diesen Vergleich geärgert. Auch wurden mir Worte in den Mund gelegt, die ich so nicht gesagt habe", sagt Habichhorst, der in Ilmenau ausgerechnet Medienwirtschaft studiert und damals die "Schattenseiten" kennenlernte. Ihm stößt zudem auf, dass "ich keine Chance hatte, mich selbst zum Thema zu äußern."

Doch für ihn ist der Vorfall vergessen. Auch die Zeiten, in denen er Gesprächsthema "bei Leuten war, die ich gar nicht kannte", seien vorrüber. Er ist froh, endlich wieder im Ligabetrieb vor den Ball treten zu können. "Nur trainieren macht auf Dauer keinen Spaß, auch wenn ich unter Freunden bin", sagt Habichhorst.

Auch habe ihm der erfolgreich absolvierte Schiedsrichter-Lehrgang weitergeholfen. "Das war eine spannende Geschichte. Man sieht jetzt vieles aus einem anderen Blickwinkel." Zudem hat er sich mit Schiedsrichter Lossios ausgesprochen. "Da ist alles geklärt und bleibt nichts hängen", versichert er.

Man merkt: Michael Habichhorst will nur noch sportlich für Schlagzeilen sorgen.

 

Thomas Rudolph / 04.04.12 / TA

Quelle:http://www.thueringer-allgemeine.de