Zahl der Aufstiegskandidaten nimmt ab

Torsten Graf, 03.05.2012

Zahl der Aufstiegskandidaten nimmt ab

Die Oberliga-Saison bekommt kurz vor dem Ende eine neue Brisanz. Grund ist die nach wie vor ungeklärte Frage nach dem Aufstieg in die neue Regionalliga. Selbst die auf Tabellenplatz acht liegende Chemnitzer Fortuna hat noch sehr realistische Chancen, den Sprung in Liga vier zu schaffen. Das wiederum liegt daran, dass die U23-Teams von Erfurt, Jena, Dynamo, CFC und Aue nicht aufsteigen dürfen oder wollen.

Die Lage ist verzwickt, kann sich in den Tabellen von 3. Liga, Regional- und Oberliga doch noch allerhand tun. Nach derzeitigem Stand (19. April 2012) steigen insgesamt sieben Mannschaften aus der NOFV-Oberliga auf - je drei aus der Nord- und Südstaffel, die siebte Mannschaft würde in Relegationsspielen geklärt werden. Die Kandidatenzahl für die Aufstiegsplätze hat sich vor allem in der Südstaffel deutlich reduziert. Rot-Weiß Erfurt II und Carl Zeiss Jena II sind nicht aufstiegsberechtigt. Im Zuge der Regionalligareform war festgelegt worden, dass U23-Reserven von Drittliga-Teams nicht zugelassen sind. Zudem wird möglicherweise Jenas erste Mannschaft in die Regionalliga absteigen.

Dynamo Dresden II hingegen verzichtet freiwillig. Laut Verein "können derzeit grundlegende Voraussetzungen für eine Regionalliga-Teilnahme nicht oder nur mit einem nicht vertretbaren Aufwand erfüllt werden". Gemeint sind u.a. der Zustand des Heinz-Steyer-Stadions und die Kosten für die zahlreichen Sicherheitsspiele in der großen Dynamo-Arena. Ähnlich ist die Lage beim Chemnitzer FC, der aber keine genauen Gründe nennen wollte. Auch Erzgebirge Aue winkt ab. "Wir müssten in der Regionalliga viele Auflagen erfüllen. Das können wir uns nicht erlauben", sagte Sportdirektor Steffen Heidrich dem MDR. Ein Umzug von Beierfeld ins Erzgebirgsstadion sei nicht möglich. "Wir stehen ja beim DFB schon immer unter Beobachtung, auch wegen des Rasens. Und der finanzielle Aufwand wäre viel zu groß."

Aufstiegswillig sind auf jeden Fall der FSV Zwickau, der VfB Auerbach und der 1. FC Lok Leipzig. Zwickau hat die vierte Liga bereits sicher, auch Auerbachs Vorsprung ist relativ groß. Lok muss noch richtig kämpfen. Den Leipzigern sitzen Budissa Bautzen und Fortuna Chemnitz im Nacken. Bautzen würde liebend gern in die Regionalliga hochrutschen. Auch die Fortuna hat entsprechende Unterlagen eingereicht. "Wenn wir die sportliche Chance bekommen, wollen wir sie wahrnehmen. Allerdings müssen wir erst schauen, welche Auflagen uns vom NOFV erteilt werden und ob wir sie stemmen können", sagte Präsident Stefan Gering dem MDR.

Unwägbarkeiten gibt es aber noch mehr. So könnte sich die Anzahl der Aufsteiger ändern, wenn in Liga drei der FC Carl Zeiss Jena den Abstieg doch noch verhindert oder es Babelsberg doch noch erwischt, oder wenn in der Regionalliga Holstein Kiel den Aufstieg schafft.

So könnte die Regionalliga Nordost aussehen (Stand: 19.4.2012)
     
Carl Zeiss Jena Absteiger aus der 3. Liga  
     
RB Leipzig Regionalliga  
VFC Plauen Regionalliga  
ZFC Meuselwitz Regionalliga  
Germania Halberstadt Regionalliga  
1. FC Magdeburg Regionalliga  
Berliner AK Regionalliga  
Hertha BSC II Regionalliga  
Energie Cottbus II Regionalliga  
     
FSV Zwickau Aufsteiger Oberliga Süd  
VfB Auerbach Aufsteiger Oberliga Süd  
1. FC Lok Leipzig Aufsteiger Oberliga Süd  
TSG Neustrelitz Aufsteiger Oberliga Nord  
Optik Rathenow Aufsteiger Oberliga Nord  
1. FC Union Berlin II Aufsteiger Oberliga Nord  
Budissa Bautzen/Torgelower SV Aufsteiger OL-Relegation  
     

Anmerkung: Es ist noch unklar, welche Vereine der NOFV-Oberliga Nord aufsteigen wollen. Unter anderem hat Hansa Rostock II in der Vergangenheit mehrfach verzichtet. Das Team darf vielleicht auch gar nicht aufsteigen, da die Profis eventuell aus der zweiten Liga absteigen. Genauere Angaben zur Oberligastaffel Nord will der NOFV am Freitag machen.


Quelle:http://www.mdr.de