FSV Wacker-Präsident Gabe setzt auf den Nachwuchs

Torsten Graf, 26.07.2012

FSV Wacker-Präsident Gabe setzt auf den Nachwuchs

Nach der öffentlichen Kritik von Wackers früherem Spieler Christian Hatzky schaltet sich Holger Gabe ein. Der Präsident des Gothaer Fußball-Oberligisten stimmt mit einigen Äußerungen nicht überein.

Die jüngst entfachte Diskussion um den Wechsel des Gothaers Christian Hatzky nach Bad Langensalza veranlasst den Vorstand des FSV Wacker 03 Gotha, auch außerhalb des Vereins öffentlich Stellung zu beziehen. Präsident Holger Gabe antwortet auf die Diskussionen rund um den Verein.

Herr Gabe, der Wechsel von Christian Hatzky nach Bad Langensalza hat für großen Wirbel gesorgt - wäre er zu verhindern gewesen?

  Christian hat in der zweiten Juli-Woche nach einem Testspiel in Eisenach auf der Website unseres Vereins seinen Weggang verkündet, wir wussten nicht wohin und warum, und deshalb haben wir im kleinsten Kreis am Rande des Spiels gegen Carl Zeiss Jena miteinander gesprochen.

Waren Sie danach schlauer?

Ich habe ihn gebeten, zu bleiben - er ist ein sympathischer Typ und seit 1999 im Verein, wir mögen ihn hier alle sehr. Christian bat sich zwei Tage Bedenkzeit aus und wollte es sich nochmal überlegen. Und nach zwei Tagen erfahren wir dann, dass er in Bad Langensalza als Neuzugang gemeldet und alles bereits unter Dach und Fach ist. Das ist mehr als schade.

Ist man jetzt bei Wacker sauer auf ihn?

Naja, es wäre schön gewesen, vom Wechsel nicht durch Dritte zu erfahren, sondern einfach direkt durch ihn. Aber ich bin nicht sauer, wir wünschen ihm alles Gute und eine verletzungs-freie Saison. Außerdem weiß er, dass ihm die Tür bei Wacker immer geöffnet bleiben wird.

Hatzky meinte, mit den Spielern wurde zum Teil zu hart umgesprungen, und manche kämen mit dem Trainer nicht zurecht.

Ich weiß nicht, wie in der 7. Liga in Bad Langensalza trainiert wird - Wacker spielt Oberliga und die Anforderungen sind dort natürlich an die Jungs auf dem Rasen ziemlich hoch. Und na klar gibt es sicherlich immer Spieler, die ihren Trainer als zu hart empfinden, dann sollte man das aber ansprechen und nicht den Verein wechseln.

Es gibt aber den Vorwurf, dass zu viele Spieler den Verein verlassen haben, weil sie nicht mit dem Umgang innerhalb der Mannschaft zurecht kommen.

Das höre ich seit Wochen auch immer wieder. Wir werden uns mit Holger Bühner auch zu diesem Thema zusammen setzen, aber ohne ihn jetzt generell in Schutz nehmen zu wollen: Ich zähle mal mit Bischof, Spanier, Brandau, Kubirske ein paar aus der aktuellen und mit Otto, Ertmer, Behnke, Heim, Bärwolf und Scheidler absolute Leistungsträger aus vergangenen Spielzeiten auf. Die sind mit Holger Bühner doch auch gut ausgekommen, irgendwie kann es also nicht immer nur am Trainer liegen.

Viele kritisieren, dass zu viele Spieler aus anderen Vereinen kommen und der eigene Nachwuchs kaum Chancen in der ersten Mannschaft hätte. Ist dies denn der Fall?

Die älteren Fans werden wissen: Auch Motor Gotha spielte bereits zu DDR-Zeiten nicht nur mit Gothaern, ich sage mal Namen wie Stangner, Fritz, Geißenhöhner. Und wir sind in Thüringens Westen mittlerweile die Nummer eins, etliche Spieler interessieren sich sehr dafür, hier in Gotha und in der Oberliga zu spielen. Aber es stimmt schon: Unserem Nachwuchs muss die Zukunft gehören, und wir sind ja auch kein Verein, der sich seine erste Mannschaft nach Belieben zusammenstellen kann. Mit der neuen Saison wird nun zum Beispiel mit Le Duc, Tamm und Büchner unsere Truppe Verstärkung aus den eigenen Reihen und damit ein neues Gesicht bekommen.

Christian Hatzky befürchtet, dass gerade bei diesen neuen Spielern Trainingsaufwand und Einsatzzeiten in der Oberliga in keinem Verhältnis stehen. Berechtigte Kritik?

Da frage ich mich: Was denn nun? Sollen wir hier in Zukunft verstärkt eigene Spieler einsetzen oder nicht? Ich halte unsere Eigengewächse für große Talente, der Trainer im Übrigen auch, und jetzt warten wir doch mal ab, wie die Saison läuft und machen uns nicht schon vorher verrückt.

Apropos neue Saison: Was ist von Wacker in der kommenden Spielzeit zu erwarten?

Das wird eine ganz knifflige Sache - wir spielen mit dem kleinsten Etat aller Vereine und bleiben der FC Sankt Pauli der Oberliga, aber wir wollen dieses Abenteuer im nächsten Frühjahr gut zu Ende bringen, nicht nur mit dem Klassenerhalt, sondern vielleicht sogar ein wenig mehr - und vor allem mit spannenden Spielen, denn das haben unsere Fans verdient.

26.07.12 / TA

Quelle:www.thueringer-allgemeine.de