Das große Unbekannte

Torsten Graf, 31.08.2012

Das große Unbekannte

Nordhausen, Markranstädt, Bautzen - in den kommenden Wochen hängen die Trauben für Fußball-Oberligist Wacker Gotha auf fremden Platz ganz schön hoch. Keine Frage, im Heimspiel gegen den VfL Halle am 16. September und in der kommenden Auswärtspartie am Sonntag um 13.30 Uhr bei Blau-Gelb Laubsdorf sollen Punkte her.

Doch zunächst einmal werden die Wacker-Verantwortlichen einen Blick auf die Karte riskiert haben. Nicht nur geografisch, sondern auch fußballerisch ist Laubsdorf wohl das große Unbekannte in der diesjährigen Oberligasaison. Neuhausen/Spree ist eine kleine Gemeinde nahe Cottbus, die Heimspielstätte der Laubsdorfer. "Viele Spieler sind durch die Energie-Schule in Cottbus gegangen", sagt Gothas sportlicher Leiter Steven Hoppert. Als Meister der Brandenburgliga spielen die Blau-Gelben diese Saison erstmals in der Oberliga. Dabei legten die Laubsdorfer eine eindrucksvolle Serie hin. Seit dem 9. Dezember 2011 hatte die Mannschaft von Trainer Michael Braun kein Punnktspiel verloren. Bis zum vorigen Wochenende. Bei Dynamo Dresden II gab es eine klare 0:3-Niederlage. Zwar monierten die Brandenburger im Nachhinnein einige Fehlentscheidungen des Unparteiischen. An der eigenen spielerischen Unterlegenheit gegen die Dynamo-Reserve gab es aber nichts zu rütteln. Und auch eine Woche zuvor bekleckerten sich die Blau-Gelben keinesfalls mit Ruhm. Ähnlich wie Gotha blamierte man sich im Landespokal, scheiterte überraschend deutlich beim zwei Klassen weiter unten spielenden BSC Preußen klar mit 1:4. Einen Punkt holte Laubsdorf im Auftaktspiel beim 2:2 gegen Piesteritz.

Bei Wacker Gotha sieht die Lage nach dem 2:1-Sieg gegen Rudolstadt schon wieder besser aus. "Wir haben sicherlich Selbstvertrauen mitgenommen. Doch jeder muss in Laubsdorf an sein Limit gehen, damit wir überhaupt eine Chance haben", sagt Steven Hoppert. Vor allem hofft er, dass die Mannschaft nicht wieder in alte Muster zurückfällt. Gegen Rudolstadt habe lediglich die Leistung in der zweiten Halbzeit gepasst. Jetzt soll es bitteschön auch über 90 Minuten klappen - die knapp 350 Kilometer Fahrtweg sollen keinesfalls umsonst gewesen sein.

Dazu hat Trainer Holger Bühner am Sonntag auch wieder mehr personelle Alternativen. Ricky Ziegler ist nach seiner Sperre wieder spielberechtigt - in der Offensive hat Bühner somit die Qual der Wahl. Auch Verteidiger Tim Büchner darf nach seiner Sperre wieder spielen. Ob Kapitän Stephan Kubirske wieder fit ist, entscheidet sich wohl kurzfristig.

 

Von Sascha Richter


Quelle:TLZ