Vorfreude auf Wacker

Torsten Graf, 21.09.2012

Vorfreude auf Wacker

Wacker gegen Wacker. Es ist eine Zeit her, dass sich Gothas und Nordhausens Fußballer in einem Pflichtspiel begegneten. Gotha spielt bekanntlich im dritten Jahr in der Oberliga, während die Nordhäuser den Aufstieg erst jetzt gepackt haben. Klar, dass auf beiden Seiten Vorfreude vor diesem prestigeträchtigen Thüringenderby herrscht, das am Sonntag um 13.30 Uhr im Albert-Kuntz-Sportpark angepfiffen wird. "Es ist schön, dass eine Thüringer Traditionsmannschaft wieder dabei ist. Wir freuen uns auf dieses Spiel", sagt Gothas sportlicher Leiter Steven Hoppert.

Weniger schön sind dagegen die sportlichen Aussichten für die Gothaer in Nordthüringen. Die Nordhäuser haben sich nach einem Kaltstart (1:4 gegen Budissa Bautzen) schnell gefangen und rangen Aufstiegsaspirant Markranstädt auswärts immerhin ein 0:0 ab. Dann drehten die Nordhäuser richtig auf, siegten gegen Piesteritz 5:1 und bei Dynamo Dresden II 4:0 und belegen nunmehr den dritten Tabellenplatz.

Der gute Start scheint kein Ausrutscher zu sein. Personell haben die Nordhäuser mächtig aufgestockt. Um Spieler wie Robert Fischer, der aus Markranstädt kam, Topvorbereiter Jan Löhmannsröben (vom VfB Oldenburg) oder Torjäger Caglayan Tunc (vom SC Langenhagen) würde sich so mancher Oberligist reißen. Zudem werden die Verantwortlichen aus Gotha vielleicht mit ein bisschen Neid nach Nordhausen schauen, was die Unterstützung der Fans angeht. Das vergangene Heimspiel gegen Piesteritz wollten über 600 Zuschauer sehen.

Gothas sportlicher Leiter Hoppert sieht seine Mannschaft gegen den Liganeuling als krasser Außenseiter in die Partie gehen. Zwar lege die Elf von Trainer Holger Bühner mit zwei Heimsiegen und sechs Punkten auf dem Konto voll im Soll, doch haben die Gothaer auswärts bisher arg enttäuscht, sind auf fremden Platz noch tor- und punktlos. Das soll sich in den nächsten drei Gastauftritten, die neben Nordhausen zu den bärenstarken Mannschaften aus Markranstädt und Bautzen führen, möglichst ändern. "In diesen drei Auswärtsspielen wollen wir drei Punkte holen", sagte Hoppert nach dem 3:1-Heimsieg über den VfL Halle am vorigen Sonntag.

Überhaupt bleibt abzuwarten, wie sich Wacker Gotha nach dem Sieg aus der Vorwoche präsentieren wird. Gegen Halle brauchte die Bühner-Elf 30 Minuten, um überhaupt erst in die Partie zu finden, kaufte dem Gegner dann aber mehr und mehr den Schneid ab. Eins ist sicher: Fehler, wie vor dem 0:1-Gegentreffer, als ein Spieler unbedrängt einnetzen konnte, werden wohl auch gegen Nordhausen sofort bestraft. Das Trainergespann fordert deshalb eine geschlossene Defensivleistung. "Auf die Defensivleistung der gesamten Mannschaft, nicht nur auf den Torwart und die Abwehr, wird es ankommen. Wir versuchen, die Fehlerquote, anders als gegen Halle, so gering wie möglich zu halten", sagt Hoppert, und lässt damit durchblicken, dass seine Mannschaft am Sonntag wohl erst einmal sehr abwartend agieren wird.

Nicht leichter wird die Aufgabe durch die Ausfälle vom Sechser Marian Spanier und Offensivspieler Eric Nowak. Kapitän Spanier handelte sich gegen Halle eine gelb-rote Karte ein, Nowak ist wahrscheinlich längere Zeit verletzt. "Vielleicht ist das für den einen oder anderen die Chance sich zu beweisen", sagt Hoppert, der am Sonntag schon mit einem Teilerfolg hochzufrieden wäre. "Es wird Zeit, dass wir auch auswärts punkten. Warum nicht schon in Nordhausen?"

 

Von Sascha Richter


Quelle:TLZ