Die Hoffnung stirbt zuletzt

Torsten Graf, 29.09.2012

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Gleich drei Überlegungen sprechen dafür, dass Wacker 03 Gotha am Sonntag (Anstoß: 14 Uhr) beim FSV Budissa Bautzen gewinnen muss. Dabei wird allerdings lediglich die Statistik zu Grunde gelegt.

Erstens hat der Tabellenzwölfte (5:10) nach fünf Spieltagen zwei Siege und drei Niederlagen eingefahren, und zwar im Wechsel. Gegen Aufsteiger Nordhausen reichte es zum Schluss nur zum 0:1, also wäre nun ein Sieg an der Reihe. Zweitens, verfolgt man die Statistik der letzten zwei Saisons, so konnte Wacker Gotha gegen die Bautzener leichte Fortschritte erreichen. Hat Gotha in seiner ersten Oberliga-Saison 2010/11 lediglich zweimal als Verlierer den Platz verlassen, gab es in der vergangenen Saison schon zwei Unentschieden gegen den jetzigen Tabellenneunten (8:7 Punkte), der mit sieben Punkten einen ähnlichen Start hingelegt hat, wie die Wacker-Elf aus Gotha.

Und drittens heißt es ja bekanntlich aller guten Dinge sind drei, nun endlich auch einen Auswärtssieg zu landen. Bisher waren die Jungs um Trainer Holger Bühner in Heidenau (0:4), Laubsdorf (0:3) und zuletzt in Nordhausen (0:1) jedes Mal ohne einen Treffer als Verlierer vom Platz gegangen, sodass ein Auswärtssieg im Spiel Nummer vier mehr als überfällig zu sein scheint. Das wird noch deutlicher, wenn man bedenkt, dass Wacker Gotha seit 13 Monaten auswärts nicht gewonnen hat.

"Ich kenne die Auswärtsschwäche, führe das darauf zurück, dass die junge Mannschaft einfach noch etwas braucht, Erfahrungen auch in fremden Stadien sammeln muss", sagt Präsident Holger Gabe, der sonst Vertrauen zur Stärke des jungen Teams habe.

Er wünsche sich, dass ein Ruck durch die Mannschaft geht, vertraut darauf, dass die Hoffnung zuletzt stirbt: "Ich sehe aber nur eine kleine Siegchance, wenn sie an die Leistung gegen Halle anknüpfen können." Statistik ist das eine, die Realität das andere, sagt der sportliche Leiter, Steven Hoppert, der Bautzen zu den drei besten Mannschaften der Liga zählt. Nur habe die schon allein körperlich und an erfahrenen Personal überlegene Mannschaft das bisher nicht beweisen können. "Ich hoffe nicht, dass der Knoten gerade jetzt gegen Wacker platzt", sagt Steven Hoppert.

Im Klartext steht Wacker Gotha am Sonntag vor einem der zwei anstehenden schweren Auswärtsspiele und ist dabei klarer Außenseiter. Nur mit einer konzentrierten und kämpferischen Leistung sei etwas zu holen, so Hoppert.

Übrigens: Die Bautzener haben auch nicht vergessen, dass Gotha ihnen die Aufstiegschance genommen hatte, als sie im Stadion Müllerwiese nicht als Sieger vom Platz gingen und damit die Relegation verpassten. Also ist auch noch eine Rechnung offen.

 

Von Hans-Jürgen Kehr


Quelle:TLZ