Gelingt Wacker Befreiungsschlag?
Torsten Graf, 20.10.2012
Wacker Gotha kann es auf fremden Platz einfach nicht. Kein einziger Punkt, nicht mal ein Tor - das ist die Ausbeute von Trainer Holger Bühners Truppe in der laufenden Saison bei ihren Auswärtsauftritten. Tiefpunkt war das 0:7 in Markranstädt vor zwei Wochen, nach der Gotha auf den letzten Tabellenplatz abgerutscht war. Es war eine Pleite, die noch Tage danach "zehrte und schmerzte", wie Wacker-Kapitän Marian Spanier sagte. Nach dem Debakel gab es zudem eine Aussprache zwischen Spielern und Fans.
Nur gut für die Wackeraner, dass es am Sonntag erst einmal vorbei ist mit den Gastauftritten. Wacker Gotha empfängt um 13.30 Uhr im Volkspark-Stadion die Elf von Grün-Weiß Piesteritz, eine Mannschaft, "die es für uns zu schlagen gilt, vor allem zuhause", sagt Spanier. Dass ein Dreier gegen die Sachsen-Anhalter einem wahren Befreiungsschlag gleich käme, zeigt der Blick auf die Tabelle der Oberliga Süd. Gotha könnte nicht nur am morgigen Gegner mit einem Schlag vorbei ziehen. Bis zum Tabellenachten, Carl Zeiss Jena II, trennen die Wackeren nur drei Zähler.
"Wir müssen dem Gegner unser Spiel aufdrücken und zeigen wer die Heimmannschaft ist", sagt Wackers sportlicher Leiter Steven Hoppert im Vorfeld. Vor allem verlangt er, dass seine Spieler, anders als gegen Markranstädt, wieder ein gesundes Zweikampfverhalten praktizieren. Trainer Holger Bühner kann quasi auf den kompletten Kader zurückgreifen. Andy Brandau, der zuletzt noch gefehlt hat, ist wieder dabei. Ein Fragezeichen steht lediglich noch hinter dem Einsatz von Eric Nowak. "Wir und die Fans erwarten eine absolute Reaktion", sagt Steven Hoppert.
Mit Piesteritz kommt sicherlich ein Gegner auf Augenhöhe in den Volkspark. Die Fußballer aus der Lutherstadt Wittenberg haben die Vorsaison einen Platz hinter Wacker auf Rang 13 abgeschlossen. In Sachsen-Anhalt gewann Gotha 1:0, im Heimspiel kam die Bühner-Elf trotz Überlegenheit nur zu einem 1:1. "Der Kader hat sich nicht großartig verändert. Wir müssen keine Angst haben", sagt der sportliche Leiter Steven Hoppert. In der aktuellen Saison tritt die Elf von Piesteritz' Cheftrainer Uwe Ferl ziemlich unberechenbar auf. Auswärts holten sie nur einen Punkt (2:2 in Laubsdorf) und kassierten hohe Pleiten gegen Nordhausen (1:5) und Markranstädt (1:4). Daheim gab es überraschende Siege über Bautzen (2:1) und Dynamo II (3:0).
Wacker Gotha schleppt in der noch jungen Saison ein ganz anderes Problem mit sich herum. Noch nie ist die Bühner-Elf in Führung gegangen, musste selbst bei den Heimsiegen gegen Rudolstadt und Halle zunächst einem Rückstand hinterherlaufen. "Wir wissen gar nicht mehr wie es ist in Führung zu gehen. Das würde uns mal wieder gut tun", sagt Hoppert und formuliert seinen Wunsch für den Sonntag: "Die drei Punkte bleiben in Gotha."
Von Sascha Richter
Quelle:TLZ